Am Sonntag waren wir gemeinsam mit unserem Auftraggeber, dem Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung beim 20. Neustädter Frühstück dabei – und das gleich mit unseren druckfrischen Bewegungsplänen im Gepäck. Zwischen Kaffee, Kuchen und Schnittchen kamen wir mit vielen Bewohnerinnen ins Gespräch. Besonders bewegt haben uns dabei die Themen Haushaltssperre und ihre Folgen sowie die Sicherheit für Frauen und FLINTA im öffentlichen Raum.
Neben uns waren auch viele andere Akteur:innen aus dem Stadtteil vertreten – unter anderem die Buchkinder, das Pöge-Haus, der Hort der Wilhelm-Wander-Grundschule und das Kinderhospiz Bärenherz, das O.S.K.A.R. oder auch die LGK und das MiO und Japanische Haus. Auch Parteien wie SPD, Grüne und Linke waren vor Ort. Für Stimmung sorgten DJ Schellack und eine Live-Band, die Hüpfburg lockte die Kleinsten an und auf den zahlreichen Flohmarktständen von Anwohnenden konnte nach Herzenslust gestöbert werden.
Insgesamt ein bunter Vormittag von 10 bis 13 Uhr – mit vielen Eindrücken, guten Gesprächen und der schönen Erfahrung, wie lebendig und vielfältig unser Stadtteil ist.
Und da kam er wieder zum Kino der Jugend, der rote Doppeldeckerbus mit dem Fahrer Gunter. Pünktlich um 15 Uhr startete am Freitag dem 13.06. die siebte Auflage der Linie Ost. Wie immer im Frühsommer steuerte die über 50ig köpfige Besatzung der Linie Ost grüne Oasen im Leipziger Osten an und entdeckte spannende Projekte, die sich den Themen Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Umweltschutz auseinandersetzen.
Die erste Station befand sich in der Mariannenstraße, genauer gesagt, an der Pumpe „Delfin“. Hier warteten die Aktiven mit etlichen gefüllten Gießkannen von „Leipzig pumpt“ und „Leipzig gießt“ auf die Fahrgäste. Die Projekte passen sehr gut zusammen, da sich erstere für die Wiederbelebung der historischen Wasserspender einsetzen, die letztere für ihr gutes Werk – Stadtbäume gießen – dringend brauchen. Dabei lernten wir, es ist besser, einen Baum richtig gut zu gießen als alle Bäume in der Umgebung nur ein bisschen. Einst gab es im Leipziger Stadtgebiet 250 Wasserpumpen, davon existieren noch 50, seit den 1980er Jahren wurden ca. 30 wieder saniert und stehen einsatzbereit in den Straßen. Der Klimawandel ist voll im Gange, die Straßenbäume leiden unter Trockenheit, die Stadtgesellschaft unter Hitzestress. „Leipzig gießt“ möchte die Anwohner zum gießen der Stadtbäume animieren und die Fahrgäste gossen, was die Kannen hergaben. Übrigens: am 04. Juli ist der Tag der Gießkanne!
An der Wasserstation wurde dann noch das Projekt „Saatgutbibliothek“ der Stadtbücherei vorgestellt. Alle Inhaber eines Stadtbibliotheksausweises können im Frühjahr in den teilnehmenden Stadtteilbibliotheken Saatguttütchen mit Samen der unterschiedlichsten Pflanzen nebst Pflanz- und Pflegeanleitung mitnehmen. Im Herbst nach der Ernte bringt man dann wieder ein paar Samen in die Bücherei zurück und legt so den Baustein für eine neue Ernte im nächsten Jahr. Die Samen sind alte Sorten, die im Gegensatz zum Saatgut aus dem Baumarkt nicht gentechnisch verändert sind und damit immer wieder neue Samen produzieren.
Zurück ging es in den Bus und in den Sternburg-Burggarten in der Mühlstraße. Burgherr Klaus empfing die Busgesellschaft mit Geschichten sowie mit gekühlten Getränken aus den Tiefen der Brauerei Sternburg. Beides wurde sehr gern von der Busgesellschaft angenommen. Der Sternburg-Burggarten ist ein gelungenes Beispiel einer Kooperation eines ansässigen Unternehmens mit der Nachbarschaft. Die Brauerei stellt das Gelände, Strom, Wasser – und manchmal offensichtlich auch Freigetränke – zur Verfügung und Anwohner*innen können im Garten verweilen, sich ein Hochbeet nutzbar machen oder auch auf dem Gelände Geburtstag feiern. Und nicht nur die direkten Anwohner*innen – alle sind willkommen.
Die nächste Station befand sich in Paunsdorf. „Wald und Wiese“ ist ein noch relativ unentdecktes Waldidyll. Auf einem Hektar befindet sich ein Wäldchen, ein Kräutergarten und eine Obstbaumwiese – kurz eine grüne Oase. Eine kleine Werkstatt befindet sich ebenfalls auf dem Gelände. Hier werden alte Handwerkstechniken vermittelt und mit Naturmaterialien wie Holz und Ton gearbeitet. Es gibt eine Vielzahl an Angeboten für Kinder, die von Bogenbau über Ton modellieren, Kräuter-Duftkissen herstellen bis hin zum Bienentag mit allem Wissenswerten. Neben dem sehr angenehmen Verweilen in der Oase stellten die Betreiber außer dem Ort auch ein wundervolles Gartenmenü zur Verfügung. Die Linie Ost war begeistert, überall sah man lächelnde Gesichter, alle befanden sich im regen Austausch und der Abschied fiel wirklich schwer.
Die letzte Station bildete der botanische Garten. Hier fand die lange Nacht der Wissenschaften statt und alle konnten sich frei im Garten bewegen. Die Busgesellschaft schmolz zusammen, die Linie Ost verlor Fahrgäste an den Botanischen Garten – was aber auch so geplant war. Mit ca. der Hälfte der Fahrgäste kehrte die Linie Ost um 20 Uhr ans Kino der Jugend zurück.
Bei den HandschwengelpumpenLeipzig pumpt, gießt und SaatgutbibliothekSternburg-BurggartenWald und WieseIdylle bei Wald und Wieseeinfach gut:-)
Am Dienstag, dem 24. Juni 2025, öffnete das Stadtteilhaus Wurzner Straße seine Türen für Interessierte aus dem Quartier und darüber hinaus. Von 14:30 bis 17:00 Uhr stellten sich die im Haus ansässigen Einrichtungen vor und luden zu einem offenen Nachmittag mit vielfältigen Angeboten ein.
Mit dabei waren die Volkshochschule Leipzig, das Quartiersmanagement Leipziger Osten, das Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung, der FAIRbund e.V. sowie die Musikschule „Johann Sebastian Bach“.
Einblicke, Gespräche und erste Schritte
Zwar zog das parallel stattfindende Campusfest viele Menschen an, wodurch nicht alle den Weg ins Stadtteilhaus fanden – dennoch konnte ein kleinerer, aber sehr interessierter Besucherkreis begrüßt werden. Die Gäste nutzten die Gelegenheit, sich über die Angebote im Haus zu informieren, mit den Akteurinnen und Akteuren ins Gespräch zu kommen und erste Kontakte zu knüpfen.
Im Programm
Ein Yogaangebot der Volkshochschule lud zum Mitmachen und Entspannen ein, die Musikschule sorgte mit musikalischen Beiträgen für eine lebendige Atmosphäre und luden zum gemeinsamen Musizieren ein, während kreative Mitmachstationen und Beratungsangebote des FAIRbund e.V. Einblicke in die Arbeit der Erziehungsberatungsstelle ermöglichten.
Ein weiterer Programmpunkt war die Ausstellung zu aktuellen städtebaulichen Projekten im Leipziger Osten. Interessierte konnten sich über Vorhaben wie die Quartiersschule Ihmelsstraße, die Entwicklung rund um die IG Fortuna oder auch den Parkbogen Ost informieren oder sich mit dem Quartiersmanagement über Wohl- und Unwohlorte im Stadtgebiet austauschen.
Ein Anfang mit Potenzial
Auch wenn die Besucherzahl überschaubar war, war die Resonanz durchweg positiv. Die Veranstaltung bot einen guten Rahmen, um das Stadtteilhaus Wurzner Straße als Ort der Begegnung und Mitgestaltung sichtbarer zu machen. Die Gespräche und Rückmeldungen zeigten deutlich: Hier gibt es Raum für weitere Ideen, Beteiligung und gemeinsames Engagement.
Ein herzliches Dankeschön gilt allen Mitwirkenden und Gästen für diesen gelungenen Auftakt!
Am Sonntag, dem 22. Juni 2025, verwandelte sich der kleine Park rund um die Emmauskirche wieder in einen lebendigen Treffpunkt für Jung und Alt. Seit 2005 findet das Parkfest als gemeinschaftliches Stadtteilfest statt – damals ins Leben gerufen von der Kirchgemeinde in Zusammenarbeit mit engagierten Mitorganisatoren. Der Grundgedanke eines Festes von und für Bürger*innen, Vereine und Einrichtungen wurde auch in diesem Jahr mit großer Beteiligung und Herzblut umgesetzt.
Seit 2007 tragen der Bürgerverein Sellerhausen-Stünz und die Kirchgemeinde gemeinsam die Hauptverantwortung für die Organisation. Ihr langjähriges Engagement macht dieses besondere Fest überhaupt erst möglich.
in diesem Jahr waren wir mit unserer riesigen Stadtteilplane vor Ort und freuten uns über zahlreiche Gespräche mit den Besucher*innen. Im Fokus standen dabei vor allem persönliche Eindrücke zu „Wohlfühlorten“ und „Unwohlorten“ im Stadtteil – eine wertvolle Gelegenheit für uns, Stimmungen und Perspektiven direkt aufzunehmen und in unsere Arbeit einfließen zu lassen.
Neben spannenden Gesprächen bot das Fest eine bunte Mischung aus Kultur, Musik und Begegnung. Zahlreiche Stadtteilakteure präsentierten sich unter den alten Bäumen mit Info- und Mitmachständen. Auf der Bühne zeigten die Kinder der Hans-Christian-Andersen-Grundschule ihre Tänze und Lieder, ergänzt von Beiträgen der örtlichen Musikschule, einer Gitarrenschule und dem Tanzsportclub. Auch TAKTIV sorgte mit seinen Mitmachtänzen für viel Bewegung und gute Laune im Publikum.
Die Emmauskirche öffnete ihre Türen mit Angeboten wie Puppenspiel und Turmbesichtigung – ein schöner Kontrast zum bunten Treiben im Park. Nicht fehlen durfte natürlich der traditionelle Goldregen, der sich auch in diesem Jahr zum Abschluss des Nachmittags über eine große Kinderschar ergoss – ein leuchtendes Highlight für die Jüngsten.
Als krönender musikalischer Ausklang begeisterte Gerhard Schöne mit einem stimmungsvollen Kinderkonzert. Viele Familien blieben bis zum Schluss und genossen die besondere Atmosphäre des Festes.
Das Parkfest 2025 war aus Sicht des Quartiersmanagements erneut ein starkes Zeichen für gelebte Nachbarschaft, Beteiligung und gemeinsames Gestalten im Stadtteil.
Ein Hinweis des Bürgervereins: Der Bürgerverein Sellerhausen-Stünz, der das Fest mit viel Engagement hauptverantwortlich organisiert, sucht dringend Unterstützung und Nachwuchs. Wer Interesse an einer Mitarbeit im Verein hat, kann sich gerne melden unter: . Jeder Beitrag zählt – für ein lebendiges Miteinander in Sellerhausen-Stünz!
Am Dienstag, dem 17. Juni 2025, wurde in der Stünzer Straße ein fröhliches Straßenfest gefeiert. Anlass war der erfolgreiche Abschluss der Umgestaltung des verkehrsberuhigten Bereichs zwischen der Borsdorfer und der Friedrich-Dittes-Straße. Rund um die 74. Grundschule und die Kita „Dschungelbande“ war der Straßenraum in den vergangenen Monaten sicherer und kinderfreundlicher gestaltet worden – mit neuen Spiel- und Aufenthaltsflächen, Bänken, Pflanzkübeln und Bäumen. Viele der Ideen für die Neugestaltung stammten von Kindern und Jugendlichen aus dem Quartier.
Das Fest bot zahlreiche Highlights für Groß und Klein: Dank des großen Engagements des Hortes Dschungelbande vom SEB konnten Kinder (und Erwachsene!) die Magie riesiger Seifenblasen bestaunen und selbst ausprobieren. Der Verein Zirkomania e.V. lud Kinder zum Balancieren auf einer großen Kugel ein und vermittelte Grundlagen der Jonglage – mit viel Geduld, Freude und Begeisterung. Für das leibliche Wohl sorgte der Förderverein der Käthe-Kollwitz-Sprachheilschule mit Kaffee und einer köstlichen Auswahl an Kuchen. Der Bürgerverein Anger-Crottendorf sammelte an seinem Stand Wünsche und Anregungen der Anwohnenden fürs Quartier und bot viele unterhaltsame Spiele an. Auch die Ostwache war mit dabei und zauberte mit ihrem Kinderschminken bunte Fantasiegestalten auf viele Kindergesichter. Besonders beliebt war auch die Verschenkekiste, aus der zahlreiche Spielsachen neue Besitzerinnen und Besitzer fanden – strahlende Kinderaugen waren der Dank.
Über die lebhafte Nutzung unserer Stadtteilplane haben wir uns sehr gefreut: Viele große und kleine Gäste markierten ihre ganz persönlichen Lieblingsorte oder auch Bereiche, an denen sie sich unwohl fühlen. So entstand ein lebendiges Bild der Wahrnehmung des Stadtteils aus Sicht seiner Bewohnerinnen und Bewohner (und für uns gleichzeitig eine Vorbereitung auf eine im November stattfindende Dialogveranstaltung zum Thema Unwohlorte – Sicherheit im öffentlichen Raum).
Das Mobilitäts- und Tiefbauamt informierte vor Ort über die Entwicklung des Umbauprozesses der Stünzer Straße und präsentierte an einer Digitalstation spannende Einblicke in aktuelle Zahlen, Grafiken und Daten rund um den Verkehr in Leipzig.
Trotz der sommerlichen Hitze haben erfreulich viele Besucherinnen und Besucher den Weg zum Fest gefunden – ein Zeichen dafür, wie groß das Interesse und die Verbundenheit mit dem eigenen Stadtteil sind. Wir freuen uns riesig über die rege Beteiligung und danken allen Mitwirkenden und Gästen für einen rundum gelungenen und lebendigen Nachmittag!
Frühjahrsputz im Leipziger Osten am Wochenende 4. – 6. April
Am Wochenende vom 4. Bis 6. April fanden zahlreiche Frühjahrsputz-Aktionen im Leipziger Osten statt. Engagierte Nachbarinnen und Nachbarn und eine ganze Reihe an Vereinen und Initiativen aus dem Stadtteil halfen mit Straßen, Parks und Brachflächen vom herumliegenden Müll zu säubern. Die bereits immer kräftiger werdenden Frühlingssonne, tut dieser Tage ihr Übriges, um den Stadtteil in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.
Wir möchten uns auch noch einmal bei der Stadtreinigung Leipzig bedanken, die die reibungslose Organisation der Putzaktionen möglich gemacht hat und für die Versorgung mit Müllsäcken und Müllgreifern und die anschließende Abholung des gesammelten Mülls gesorgt hat.
Wer weiterhin Lust hat etwas für die Sauberkeit des Stadtteils zu tun, kann sich der Gruppe „Müllfreiräume Ost“ anschließen, die in der Regel einmal im Monat eine öffentliche Putzaktion im Leipziger Osten veranstalten. Ihr könnt sie unter der Mailadresse erreichen.
Außerdem könne auch außerhalb des Frühjahrsputzes jederzeit selbstständig Putzaktionen bei der Stadtreinigung angemeldet und entsprechendes Material geliehen werden. Weiter Informationen vom Team Stadtsauberkeit und die Möglichkeit zur Anmeldung von Putzaktionen finden Sie unter: https://stadtreinigung-leipzig.de/wir-fuer-eine-schoene-stadt/stadtsauberkeit
Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die mitgeholfen haben, unseren Stadtteil aufzuräumen und für den Frühling herauszuputzen!
Vorläufige Zusammenfassung der Dialogveranstaltung zu Unwohlorten im Stadtteil
Am 25. März fand im Stadtteilhaus auf der Wurzner Straße 70 eine Dialogveranstaltung zu sogenannten “Unwohlorten” statt. Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsam mit Vertreterinnen der Stadtreinigung, des Ordnungsamts und engagierten Bürgerinnen Maßnahmen zur Verbesserung bestimmter Ecken im Stadtteil zu entwickeln und städtische und zivilgesellschaftliche Handlungsoptionen vorzustellen.
Nach einer kurzen Einführung wurden die Ziele und der Ablauf der Veranstaltung kurz erläutert. Die Einstimmung der Teilnehmenden erfolgte mit einer interaktiven Umfrage zu den Wahrnehmungen der Teilnehmenden bezüglich Vermüllung und deren Ursachen.
Im ersten inhaltlichen Block gab die Stadtreinigung einen Überblick über die Gebiete mit dem höchsten Vermüllungsgrad im Leipziger Osten, die Art des Mülls sowie die aktuellen Reinigungszyklen. Dabei wurden auch die Kosten und deren Verteilung erläutert. Besondere Aufmerksamkeit galt Projekten wie den Sauberkeitsbotschaftern und den Mülldetektiven, die zur Verbesserung der Stadtsauberkeit beitragen sollen. Interessierte können sich direkt bei der Stadtreinigung für das Sauberkeitsbotschafter-Programm bewerben: Jetzt bewerben.
Danach folgten Beiträge aus der Zivilgesellschaft. Die Initiative “Müllfreiräume Ost” berichtete über ihre Erfahrungen mit gemeinschaftlich organisierten Müllsammelaktionen. Ein weiteres Beispiel stellten die LWB und das Quartiersmanagement Paunsdorf vor, die Gespräche an Müllplätzen führten, Sperrmüllaktionen organisieren und sich für eine bessere Mülltrennung einsetzen.
Herr Kremser als Vertreter des Stadtordnungsdienstes erläuterte die Aufgaben des selbigen, die täglichen Einsatzgebiete und die zur Verfügung stehenden Instrumente, wie den Mängelmelder. Zudem wurde diskutiert, welche Unterstützung aus der Zivilgesellschaft notwendig wäre, um effektiver arbeiten zu können. Themen wie soziale Kontrolle, fehlende Bußgeldverfahren und die Bedeutung von mehr Eigenverantwortung der Anwohnenden wurden beleuchtet.
Zwischen den Inputs wurden Schätzfragen integriert, um das Publikum interaktiv einzubinden, beispielsweise zur Anzahl der genehmigten Büchertauschschränke in Sachsen oder der Anzahl privat organisierten Clean-Ups.
Abschließend wurden weitere Positivbeispiele vorgestellt, darunter das Mehrweggesetz sowie die Verpackungssteuer in Tübingen, die als mögliche Vorbilder für lokale Maßnahmen dienen könnten. In der letzten Phase der Veranstaltung wurden alle gesammelten Ideen systematisch auf einem padlet dokumentiert und Verabredungen für zukünftige Maßnahmen getroffen.
Ergebnisse und Lösungsansätze Die Diskussionen zeigten, dass es insbesondere in bestimmten Bereichen des Stadtteils Handlungsbedarf gibt. Neben Sperrmüllablagerungen, Hundekot und Gewerbemüll wurde auch das Thema Vermüllung durch Drogenkonsum angesprochen. Kontakte für die Beseitigung oder auch Unterstützung für Hilfebedürftige sind im padlet festgehalten.
Gemeinsam wurden verschiedene Lösungsansätze besprochen, darunter:
Gewerbe müssten stärker auf die Einhaltung der Pflicht kontrolliert werden, Mülleimer an ihren Geschäften anzubringen
Die Verpackungssteuer wurde als einer wichtigsten Handlungsoption gesehen. Hier ist die Stadt Leipzig aktuell in der Prüfung
Einrichtung zusätzlicher Mülleimer und Sensibilisierungskampagnen für eine saubere Umgebung,
Prüfung der künstlerischen Gestaltung von Mülleimern, um das Wegwerfen “spielerisch” anzuleiten,
Förderung von nachbarschaftlichem Engagement und Patenschaften für bestimmte Orte,
Transparenz über die städtischen Straßenreinigungsgebühren, um hierdurch ggf. die soziale Kontrolle zu erhöhen
Die Veranstaltung endete mit einer Einladung zum gemeinsamen Frühjahrsputz und dem Hinweis auf die Folgeveranstaltung Unwohlorte II, welches sich speziell mit dem Sicherheitsgefühl von vulnerablen Gruppen im Stadtteil auseinandersetzen wird. Die Teilnehmenden konnten ihre Eindrücke zu den “Unwohlorten” mithilfe einer Farbcode-Karte festhalten. Diese Veranstaltung ist für den 18. November 2025 geplant.
Fazit Die Veranstaltung bot einen offenen Austausch zwischen Bürgerinnen und Stadtvertreterinnen und lieferte wertvolle Ansätze zur Verbesserung des Stadtteils. Die gesammelten Ideen werden nun weiter geprüft und sollen nach Möglichkeit in konkrete Maßnahmen überführt werden.
Vielen Dank an alle Beteiligten für ihre wertvollen Beiträge!
Im September dann ging es zur zweiten Tour – wieder bestes Cabrio-Wetter. Dank verschiedener Verkehrsbeeinträchtigungen u.a. des „Parking Day“ kam der Bus mit 15 Minuten Verspätung zur Abfahrt am Fortuna, wo sich schon mehr als 60 Menschen drängelten. Letztlich fuhren 64 Personen mit, diesmal im Alter von eins und fünf bis 75 Jahren, bunt gemischt. Studierende, Rentner*innen, Kultur- und Stadtteilinteressierte.
Erster Halt am soziokulturellen Zentrum Pöge-Haus. Zwei Mitarbeitende des Hauses begrüßten alle Reisenden im erdgeschossigen Saal und stellten in 15 Minuten kurz das Haus in seiner Geschichte und seinem Wirken in den Stadtteil vor.
Von dort ging es zu Fuß etwa 150 Meter rüber zum Bauspielplatz Ost, wo wir eine ähnliche Projektvorstellung bekamen. Die große Gruppe zerlief sich über den Platz etwas und es entstanden erste interessante Gespräche am Rande.
Wieder zurück im Bus verließen wir die Soziokultur und machten das Experiment einer 3er-Station. Der Bus hielt im Graphischen Viertel vor dem Reclam-Carrée und wir teilten uns in drei Gruppen auf, die dann mit jeweils ca. 20 Personen gut ins Reclam-Museum und Schumann-Haus passten. Die Übriggebliebenen ließen sich von unserem bestens vorbereiteten Moderator ins und ums Reclam-Carrée führen und erfuhren viel Wissenswertes um die ereignisreiche Leipziger Buchgeschichte. Über die Reclam-Geschichte selbst erzählte Museumsbetreiber PD Dr. phil. habil. Hans-Jochen Marquardt höchstpersönlich dreimal sehr viel genauso wissenswertes wie unterhaltsames, was ihm parallel dazu Frau Galow im Schumann-Haus gleichtat. Retrospektiv war dieses Museums-Wagnis ein voller Erfolg, wie u.a. die schriftlichen Feedbacks zeigten. Gleich neben unserem Bushalt war ein kleines Stück Straße im Rahmen des Parking Day gesperrt und dort gab es Kultur und Verköstigung, was einige nutzten, um sich mit einem Getränk zu versorgen und die autofreie Straße zu genießen.
Alle Gruppen wieder vereint im Bus fuhren wir dann in die Riebeckstraße, wo uns jemand vom Initiativkreis Riebeckstr63e ebenso beeindruckende wie bedrückende Einblicke in die Geschichte dieses Standorts gab. So erfuhren wir Geschichten von Ausgrenzung, Arbeitszwang und Abweichung über das letzte Jahrhundert am Ort der ehemaligen Arbeitsanstalt, aber auch von Bildungsangeboten und Gedenkarbeit zu diesen Themen.
Von dort ging es dann zur finalen Station nicht weit entfernt im Kohlrabizirkus – das Instititut fuer Zukunft – kurz IfZ – brachte uns Clubkultur näher. Das fanden nicht nur diejenigen interessant, die es noch nie ins IfZ schafften, aber immer schonmal dort zu elektronischer Musik tanzen wollten – auch die Älteren waren sehr begeistert über die Einblicke in die Räumlichkeiten und vor allem die Bedingungen, unter denen ein Club in Leipzig existiert. Oder besser existiert haben wird, denn bei unserer Tour war schon klar, dass das IfZ wenige Monate später schließen muss. So gab es dann auch einen regen Austausch über das Thema Verdrängung progressiver (Sub-)Kulturorte und manche verließen den Club durchaus ein wenig geknickt.
Die letzte Abfahrt fand dann auch schon im Abenddunkel statt und im Start- und Zielpunkt des Fortuna erwartete uns eine Ausstellung, die sich mit Malerei, Grafik und Installationen der Thematik des motorisierten Verkehrs und dessen Gefahren widmete.
Am 05.08.2024 luden die Landeszentrale für politische Bildung gemeinsam mit der VHS Leipzig und in Kooperation mit dem QM Leipziger Osten zum Wahlforum ein. Die Kandidatinnen und Kandidaten, die sich zur Landtagswahl im hiesigen Wahlkreis aufstellen, stellten sich dabei den Fragen der Moderatoren und des Publikums. Auf dem Podium saßen Irena Rudolph-Kokot (SPD), Uwe Fiedler (Linke), Holger Gasse (CDU), Ulrike Gebhardt (Grüne), Daniel Eich (FDP), Holger Hentschel (AfD) sowie Regina Kästner (BSW) in Vertretung für Michael Chelius.
Wie die Moderatoren des Wahlforums erklärten, erfolgte die Zusammensetzung des Podiums nach dem gesetzlich vorgegebenen Prinzip der abgestuften Chancengleichheit. Dieses Prinzip bedeutet vereinfacht, dass Wahlkandidaten und -kandidatinnen von Parteien eingeladen wurden, die Chancen haben, die 5% Hürde zu überwinden und damit in den Landtag einziehen können.
Die Veranstaltung gliederte sich in drei Themenblöcke, die unter den Schlagworten Demokratie, Daseinsvorsorge und Zukunft zusammengefasst werden konnten. Jeder Block beinhaltete sowohl vorbereitete Fragen seitens der Moderatoren an die Kandidatinnen und Kandidaten als auch eine offene Fragerunde aus dem Publikum. Dabei wurde auf strenge Zeitlimitierung geachtet, damit alle zu Wort kamen. Auch das Abschweifen seitens mancher Kandidaten und Kandidatinnen von der eigentlichen Frage wurde so gut es ging unterbunden. Dasselbe betraf diejenigen aus dem Publikum, die das Wahlforum zur Darlegung persönlicher Sichtweisen oder Konflikte mit einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten nutzen wollten.
Inhaltlich vertraten die Kandidaten und Kandidatinnen mehrheitlich die jeweiligen Parteilinien. Das Thema bezahlbares Wohnen tauchte immer als Fixpunkt auf. Alle Podiumsmitglieder sahen definitiv Handlungsbedarf, die Beurteilung der Ursachen und daraus erfolgende Lösungsansätze reichten von Enteignung bis kompromisslosem Schutz des Eigentums verbunden mit Bürokratieabbau. Auch die Themen Integration und Fachkräftegewinnung wurden heiß diskutiert. Insgesamt erlaubten die knappen Zeitvorgaben keine differenzierten Antworten, es empfiehlt sich doch ein Blick in die Wahlprogramme.
Die zwei Stunden waren sportlich gefüllt und am Ende erfolgten auch noch Rededuelle zwischen den Kandidatinnen und Kandidaten. Dies lockerte die Stimmung noch einmal auf. Kritisch ist anzumerken, dass sich bei dieser Art der Veranstaltungen eher eloquente Rednerinnen und Redner durchsetzen als Inhalte.
Wie barrierearm ist der Leipziger Osten eigentlich? Welche Stolperfallen und Barrieren begegnen uns auf unserem täglichen Weg zum Bäcker, zur Straßenbahn oder zum Café um die Ecke? Dieser Frage sind wir am 25.07. bei unserem Rundgang „Unser Stadtteil – barrierearm?!“ nachgegangen.
Zusammen mit dem Behindertenverband Leipzig e. V. hat das Quartiersmanagement Leipziger Osten dazu eingeladen, gemeinsam die Barrieren im Stadtteil zu erkunden. Rund 20 Teilnehmer*innen sind dieser Einladung gefolgt, eine bunte Mischung aus Vertreter*innen des Behindertenverbandes und des Blinden- und Sehbehindertenverbandes (BSVS) sowie interessierten Anwohner*innen. Auch der Fußverkehrsbeauftragte der Stadt Leipzig, Friedemann Goerl, nahm an der Veranstaltung teil, nahm Hinweise auf und gab Inputs aus der Stadtverwaltung. Los ging’s am Stadtteilteilhaus in der Wurzner Str. 70. Nach der Begrüßung und einer kurzen Vorstellungsrunde schauten wir uns den Campus der Quartiersschule Ihmelsstraße genauer an. Hier fielen die Rampe, die zum Eingang des Stadtteilhauses führt, und die farbliche Markierung der Treppenstufenkanten positiv auf. Gleichzeitig wurde auch angemerkt, dass die Leitstreifen, die zu den Eingängen zum Stadtteilhaus führen, fehlen und das Gebäude somit schwer für Leute mit Seheinschränkungen zugänglich ist. Besonders spannend und erkenntnisreich waren die Inputs der blinden und sehbehinderten Teilnehmer*innen und der Rollstuhlfahrer*innen, da diese auf zahlreiche Stellen und Barrieren auf dem Weg aufmerksam machten und die Vor- und Nachteile verschiedener Maßnahmen diskutierten.
Weiter ging es über die Ihmelsstraße zur Haltestelle Wiebelstraße. Auch die Haltestelle stellte sich als Beispiel für gut umgesetzte Maßnahmen heraus. Die Haltestelle ist so gebaut, dass ein Leitstreifen zur ersten Tür der Bahn führt, die auditive Informationen zur Linie der Straßenbahn gibt. Durch den Fahrradweg zwischen Haltestelle und Bahngleisen sei die Haltestelle dennoch risikobehaftet, da die Fahrradfahrenden oft auch beim Einfahren der Straßenbahn nicht stehen bleiben oder langsamer fahren. Auf dem Weg zeigten sich damit nicht nur bauliche Barrieren wie fehlende Aufmerksamkeitsfelder (z.B. um auf abgesenkte Bordsteine hinzuweisen) oder Ampeln ohne Blindensignale sondern auch zahlreiche Möglichkeiten, sich im Alltag umsichtiger zu verhalten und selbst zu mehr Barrierefreiheit beizutragen. Dazu zählen neben rücksichtsvollem Fahrrad- und Autofahren das platzsparende Abstellen von Mülltonnen und Fahrrädern auf dem Gehweg. Diese versperren oft den Gehweg, wodurch man vor allem mit Rollstuhl nicht mehr vorbeikomme.
Die Teilnehmer*innen, die die mitgebrachten Rollstühle und Simulationsbrillen und Langstöcke fleißig ausprobierten, konnten so einmal erleben, wie umständlich es sein kann, wenn das Leihfahrrad mitten auf dem Weg abgestellt ist und man deshalb die Straßenseite wechseln muss. Auf dem Weg war außerdem noch Zeit für Austausch und Erfahrungsberichte. So erzählten eine Rollstuhlfahrerin und eine blinde Frau aus ihrem Leben und auch zum Umgang in der Öffentlichkeit:
„Ich habe noch einen Sehrest, aber ich bin immer dankbar für jeden Hinweis auf Hindernisse. Aber wenn ich angesprochen werde, bin ich auch immer vorsichtig, weil ich nicht alle Gesichter erkenne. Ich würde mir auch nicht wünschen, dass jemand mich ungefragt berührt und führt.“
Nach der letzten und hindernisreichsten Etappe auf der Eisenbahnstraße kamen wir im Garten der Eisenbahnstraße 66 an, wo wir den zweistündigen Rundgang mit erfrischenden Getränken und Snacks ausklingen ließen.
Wir danken dem Behindertenverband für die schöne Zusammenarbeit, den Vertreter*innen des Behindertenverbandes und des BSVS für die Inputs und allen Teilnehmenden für den spannenden Austausch! Wir freuen uns, Sie und euch bei der nächsten Veranstaltung wiederzusehen.
Weitere Informationen zum Thema Barrierefreiheit und Mobilität finden Sie hier: