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Linie Ost schwärmt aus – Etappenbericht Team Bus

Am Freitag, den 05.06.2026 wandten sich kurz vor 15 Uhr alle Blicke der 50 vor dem IG Fortuna Wartenden in Richtung Zentrum. Da kam er, der rote Doppeldeckerbus, bereit alle Gäste aufzunehmen, um in den folgenden 5h verschiedene Plätze unter dem Motte Stadtgrün anzusteuern. Auch Radio Blau war wieder mit an Bord und zeichnete die Tour für die Radiohörer auf.

Moderator Jörg Werner begrüßte die Mitfahrenden an Bord und schon ging es los. Das erste Ziel war der Sellerhäuser Bogen. Rene Ziepricht vom Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung wartete schon an der Baustellenleiter, die es in zwei Gruppen zu überwinden galt, um die Forstschritte oben auf dem Parkbogen begutachten zu können. Dort hatte sich einiges getan, große Pflanzeninseln mit Bäumen in ihrer Mitte bestimmten das Bild, Sitzgelegenheiten sowie Wassercontainer für die Versorgung der Pflanzen waren ebenso zu finden, wie Straßenlaternen, um die Passage sicherer zu gestalten.  Radfahrer und Fußgänger werden sich künftig den Platz da oben teilen, doch auch für Verweilmöglichkeiten ist gesorgt. Insgesamt kosteten diese 500 m  Parkbogen ca. 8 Mio. € inklusive Aufgänge und Rampen, Bauen für die Ewigkeit! Für diejenigen Teilnehmer, die diese Bauleiter nicht erklimmen konnten, zeigte Rene Ziepricht wieder unten angekommen große Fototafeln und erklärte die Bauplanungen und Bauschritte noch einmal.

Dann ging es wieder in den Bus und die längste Strecke – vorbei an der Innenstadt und dem Zoo nach Gohlis – wurde zur Freude der Mitfahrenden absolviert. Für die im Obergeschoß des Busses eröffneten sich ungewohnte Perspektiven auf ihre Stadt. Und der Moderator konnte einmal richtig tief in der grünen Geschichte der Stadt Leipzig und ihrer vielen Flüsse und Bäche kramen und die Mitfahrenden dadurch nicht nur auf der Straße, sondern auch in der Zeit reisen lassen. Am Rosental erwartete der Stadtwaldranger Marko Reimanndie Gruppe. Aufgrund unserer Zeitbeschränkung hatte er die Rosentaltour von normalerweise 3h auf 40 min runtergeschraubt und trotzdem viel Interessantes zu erzählen. Das Rosental existiert schon sehr lange, erst in Zeiten der Industrialisierung wurde aus dem sehr lockeren vereinzelt stehenden Baumbestand, dem wir heute noch ca. 2000 Eichen verdanken, die zwischen 150-300 Jahre alt sind, ein Stadtwald, wie wir ihn heute kennen. Bedingt durch die veränderten Nutzungs- aber auch Klimaverhältnisse herrschen heute andere Baumarten wie der Ahorn vor, aber auch der Hochwasserschutz, der aus dem Auwald einen trockenstehenden Stadtwald gemacht hat, sorgt für Veränderungen im Rosental. Der Stadtforst reagiert darauf und unterstützt die traditionellen Baumarten nach Kräften, um deren Bestehen zu sichern, damit auch nachfolgende Generationen das Rosental als grünen Rückzugsort nutzen können.

Nach der kleinen Wanderung ging es wieder in den Bus. Das nächste Ziel war der Goase e.V. Dieser wurde rund um einem 3 Hektar großer Garten gegründet, der zu einem Hausprojekt der SoWo (solidarische Wohngenossenschaft) gehört. Die Bewohner haben das Mehrfamilienhaus aus den 1920ern u.a. mit Hilfe von Direktkrediten gekauft und sanieren dieses schrittweise. Für die 30 Bewohner inklusive 6 Kinder ist der Garten natürlich viel zu groß, so haben sie einen Verein gegründet, der sich um den Garten und seine 4 glücklichen Hühner kümmert, dort einen Rückzugsort für die Nachbarschaft geschaffen hat und Kulturveranstaltungen organisiert. Die Busteilnehmer erwartete neben der Vorstellung des Projektes auch ein liebevoll hergerichtetes Picknick, welches sich im Garten ausgiebig genießen ließ. Das die netten Bewohner auch an andere Nutzer des bisher unsanierten Gebäudes dachten, bewiesen sie eindrücklich, indem sie bei den Sanierungsarbeiten Nistkästen für Mauersegler und Rückzugsquartiere für Fledermäuse unter der Dachtraufe anbrachten, was für viele „Ach wie schön“ aus dem Kreis der Busreisenden sorgte.

Nach einer langen Picknickpause ging es wieder in den Bus, ein letzte Ziel – das Buddehaus und dessen Kunstgarten stand auf dem Programm. Der Leiter des Buddehaus Jürgen Schrödl begrüßte persönlich die Gäste und führte sie an der Bleichert Villa vorbei in den großen Garten. Dort – im Tiefbeet – sammelte sich die Gruppe und lauschte den Ausführungen zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Villa und des Gartens. In diesem werden jedes Jahr unterschiedliche Ausstellungen kuratiert, die aktuelle zeigt faszinierende Photographien von Insekten.  Da aber auch der Garten damit noch nicht ausgelastet ist, entstehen durch freiwilliges Engagement von jungen Menschen jedes Jahr neue und bleibende Details. Der Garten steht alle Menschen offen, um dort verweilen zu können und wen es nach Erfrischungen gelüstet – für einen Biergarten ist auch gesorgt. In diesen verfügten sich einige Gäste, während ein Rest wieder in der Bus stieg und die „Heim“fahrt in den Leipziger Osten antrat.

Besuchende hören der Vortragenden zu

Forum Leipziger Osten – Rückblick

Am 23. April ’26 fand das Forum Leipziger Osten mit rund 40 Teilnehmenden statt. In einer kleineren, dafür umso engagierteren Runde kamen neben den Tischgastgebenden, vier Stadtbezirksbeirätinnen und einem Stadtrat, etwa 30 interessierte Bewohnerinnen und Bewohner zusammen. Diese persönliche Atmosphäre bot beste Voraussetzungen für intensive Gespräche, neue Begegnungen und einen offenen, ehrlichen Austausch.

Zum Auftakt gab Frau Försterling einen anschaulichen und gut verständlichen Überblick über die EFRE-Förderung 2021–2027 sowie die damit verbundenen Maßnahmen der nachhaltigen integrierten Stadtentwicklung im Leipziger Osten. Neben allgemeinen Informationen zum aktuellen Programmgebiet „Leipziger Osten 2021–2027“ wurden auch konkrete Projekte vorgestellt – darunter die verkehrsberuhigte Stünzer Straße, Baumaßnahmen im Ost-Passage-Theater sowie der Parkbogen. Ergänzend folgte ein kurzer Rückblick auf die Förderperiode 2014–2020. Die Präsentation können Sie hier einsehen.

Ein besonderer Fokus des Abends lag auf der Mitbestimmung: Als Verantwortliche für den Verfügungsfonds im Leipziger Osten konnte Anika Franke das Förderinstrument vorstellen und das Gremium neu besetzen und wählen lassen. Zu den vier bereits im Verfügungsfonds vertretenen und nochmal neu aufgestellten Mitgliedern, konnten fünf neue engagierte Bewohnerinnen gewonnen werden, die sich künftig aktiv in die Entwicklung ihres Stadtteils einbringen möchten. In Kürze werden die neuen Gremienmitglieder auch auf der Webseite vorgestellt. Allgemeine Informationen zum Verfügungsfonds können Sie bereits jetzt hier nachlesen.

Im Anschluss an den offiziellen Teil wurde es noch einmal richtig lebendig: Über eineinhalb Stunden hinweg fanden intensive Gespräche an den verschiedenen Infotischen statt.

Am Tisch zum Parkbogen stand Herr Zieprich für Fragen und Austausch bereit. Die Informationen zur Wärmewende im Quartier konnten krankheitsbedingt leider nicht persönlich vorgestellt werden. Herr Siegert vom Amt für Stadtgrün und Gewässer präsentierte die Planungen zur Brachfläche an der Schulze-Delitzsch-Straße und kam dazu mit vielen Interessierten ins Gespräch.

Einblicke in die Arbeit des Stadtordnungsdienstes gab Herr Wolf, Abteilungsleiter des Stadtordnungsdienstes. Frau Tunçel vom Ordnungsamt stellte den Kommunalen Präventionsrat vor und lud zum Austausch ein. Frau Göhler informierte über das Stadtteilhaus und ermöglichte Einblicke in die Arbeit des Campusmanagements. Frau Nuß vom Quartiersmanagement stand ebenfalls zum Gespräch bereit.

Am Tisch des Kulturamtes stellte Frau Dr. Andraschik verschiedene Fördermöglichkeiten vor. Spontan wurde das Angebot durch Informationen zu den diesjährigen OSTLichtern ergänzt, die Frau Kahle vom Mühlstraße 14 e.V. vorstellte – ein Beitrag, der auf großes Interesse stieß.

Insgesamt war das Forum geprägt von einer offenen, konstruktiven und wertschätzenden Atmosphäre. Das große Interesse und die aktive Beteiligung der Bewohnerinnen und Bewohner haben einmal mehr gezeigt, wie wichtig und bereichernd der direkte Austausch vor Ort ist.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die sich die Zeit genommen, ihre Perspektiven eingebracht und den Abend so lebendig mitgestaltet haben.

der Osten räumt auf

Frühjahrsputz im Leipziger Osten am Wochenende 4. – 6. April

Am Wochenende vom 4. Bis 6. April fanden zahlreiche Frühjahrsputz-Aktionen im Leipziger Osten statt. Engagierte Nachbarinnen und Nachbarn und eine ganze Reihe an Vereinen und Initiativen aus dem Stadtteil halfen mit Straßen, Parks und Brachflächen vom herumliegenden Müll zu säubern.
Die bereits immer kräftiger werdenden Frühlingssonne, tut dieser Tage ihr Übriges, um den Stadtteil in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.

Wir möchten uns auch noch einmal bei der Stadtreinigung Leipzig bedanken, die die reibungslose Organisation der Putzaktionen möglich gemacht hat und für die Versorgung mit Müllsäcken und Müllgreifern und die anschließende Abholung des gesammelten Mülls gesorgt hat.

Wer weiterhin Lust hat etwas für die Sauberkeit des Stadtteils zu tun, kann sich der Gruppe „Müllfreiräume Ost“ anschließen, die in der Regel einmal im Monat eine öffentliche Putzaktion im Leipziger Osten veranstalten. Ihr könnt sie unter der Mailadresse erreichen.

Außerdem könne auch außerhalb des Frühjahrsputzes jederzeit selbstständig Putzaktionen bei der Stadtreinigung angemeldet und entsprechendes Material geliehen werden. Weiter Informationen vom Team Stadtsauberkeit und die Möglichkeit zur Anmeldung von Putzaktionen finden Sie unter: https://stadtreinigung-leipzig.de/wir-fuer-eine-schoene-stadt/stadtsauberkeit

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die mitgeholfen haben, unseren Stadtteil aufzuräumen und für den Frühling herauszuputzen!

Dialog im Stadtteil – Unwohlorte I “Müll im öffentlichen Raum und was wir dagegen tun können”

Vorläufige Zusammenfassung der Dialogveranstaltung zu Unwohlorten im Stadtteil

Am 25. März fand im Stadtteilhaus auf der Wurzner Straße 70 eine Dialogveranstaltung zu sogenannten “Unwohlorten” statt. Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsam mit Vertreterinnen der Stadtreinigung, des Ordnungsamts und engagierten Bürgerinnen Maßnahmen zur Verbesserung bestimmter Ecken im Stadtteil zu entwickeln und städtische und zivilgesellschaftliche Handlungsoptionen vorzustellen.

Nach einer kurzen Einführung wurden die Ziele und der Ablauf der Veranstaltung kurz erläutert. Die Einstimmung der Teilnehmenden erfolgte mit einer interaktiven Umfrage zu den Wahrnehmungen der Teilnehmenden bezüglich Vermüllung und deren Ursachen.

Im ersten inhaltlichen Block gab die Stadtreinigung einen Überblick über die Gebiete mit dem höchsten Vermüllungsgrad im Leipziger Osten, die Art des Mülls sowie die aktuellen Reinigungszyklen. Dabei wurden auch die Kosten und deren Verteilung erläutert. Besondere Aufmerksamkeit galt Projekten wie den Sauberkeitsbotschaftern und den Mülldetektiven, die zur Verbesserung der Stadtsauberkeit beitragen sollen. Interessierte können sich direkt bei der Stadtreinigung für das Sauberkeitsbotschafter-Programm bewerben: Jetzt bewerben.

Danach folgten Beiträge aus der Zivilgesellschaft. Die Initiative “Müllfreiräume Ost” berichtete über ihre Erfahrungen mit gemeinschaftlich organisierten Müllsammelaktionen. Ein weiteres Beispiel stellten die LWB und das Quartiersmanagement Paunsdorf vor, die Gespräche an Müllplätzen führten, Sperrmüllaktionen organisieren und sich für eine bessere Mülltrennung einsetzen.

Herr Kremser als Vertreter des Stadtordnungsdienstes erläuterte die Aufgaben des selbigen, die täglichen Einsatzgebiete und die zur Verfügung stehenden Instrumente, wie den Mängelmelder. Zudem wurde diskutiert, welche Unterstützung aus der Zivilgesellschaft notwendig wäre, um effektiver arbeiten zu können. Themen wie soziale Kontrolle, fehlende Bußgeldverfahren und die Bedeutung von mehr Eigenverantwortung der Anwohnenden wurden beleuchtet.

Zwischen den Inputs wurden Schätzfragen integriert, um das Publikum interaktiv einzubinden, beispielsweise zur Anzahl der genehmigten Büchertauschschränke in Sachsen oder der Anzahl privat organisierten Clean-Ups.

Abschließend wurden weitere Positivbeispiele vorgestellt, darunter das Mehrweggesetz sowie die Verpackungssteuer in Tübingen, die als mögliche Vorbilder für lokale Maßnahmen dienen könnten. In der letzten Phase der Veranstaltung wurden alle gesammelten Ideen systematisch auf einem padlet dokumentiert und Verabredungen für zukünftige Maßnahmen getroffen.

Ergebnisse und Lösungsansätze Die Diskussionen zeigten, dass es insbesondere in bestimmten Bereichen des Stadtteils Handlungsbedarf gibt. Neben Sperrmüllablagerungen, Hundekot und Gewerbemüll wurde auch das Thema Vermüllung durch Drogenkonsum angesprochen. Kontakte für die Beseitigung oder auch Unterstützung für Hilfebedürftige sind im padlet festgehalten.

Gemeinsam wurden verschiedene Lösungsansätze besprochen, darunter:

  • Gewerbe müssten stärker auf die Einhaltung der Pflicht kontrolliert werden, Mülleimer an ihren Geschäften anzubringen
  • Die Verpackungssteuer wurde als einer wichtigsten Handlungsoption gesehen. Hier ist die Stadt Leipzig aktuell in der Prüfung
  • Einrichtung zusätzlicher Mülleimer und Sensibilisierungskampagnen für eine saubere Umgebung,
  • Prüfung der künstlerischen Gestaltung von Mülleimern, um das Wegwerfen “spielerisch” anzuleiten,
  • Förderung von nachbarschaftlichem Engagement und Patenschaften für bestimmte Orte,
  • Transparenz über die städtischen Straßenreinigungsgebühren, um hierdurch ggf. die soziale Kontrolle zu erhöhen

Die Veranstaltung endete mit einer Einladung zum gemeinsamen Frühjahrsputz und dem Hinweis auf die Folgeveranstaltung Unwohlorte II, welches sich speziell mit dem Sicherheitsgefühl von vulnerablen Gruppen im Stadtteil auseinandersetzen wird. Die Teilnehmenden konnten ihre Eindrücke zu den “Unwohlorten” mithilfe einer Farbcode-Karte festhalten. Diese Veranstaltung ist für den 18. November 2025 geplant.

Fazit Die Veranstaltung bot einen offenen Austausch zwischen Bürgerinnen und Stadtvertreterinnen und lieferte wertvolle Ansätze zur Verbesserung des Stadtteils. Die gesammelten Ideen werden nun weiter geprüft und sollen nach Möglichkeit in konkrete Maßnahmen überführt werden.

Vielen Dank an alle Beteiligten für ihre wertvollen Beiträge!

September 24 – „Die kulturelle Tour“

Im September dann ging es zur zweiten Tour – wieder bestes Cabrio-Wetter. Dank verschiedener Verkehrsbeeinträchtigungen u.a. des „Parking Day“ kam der Bus mit 15 Minuten Verspätung zur Abfahrt am Fortuna, wo sich schon mehr als 60 Menschen drängelten. Letztlich fuhren 64 Personen mit, diesmal im Alter von eins und fünf bis 75 Jahren, bunt gemischt. Studierende, Rentner*innen, Kultur- und Stadtteilinteressierte.

Erster Halt am soziokulturellen Zentrum Pöge-Haus. Zwei Mitarbeitende des Hauses begrüßten alle Reisenden im erdgeschossigen Saal und stellten in 15 Minuten kurz das Haus in seiner Geschichte und seinem Wirken in den Stadtteil vor.

Von dort ging es zu Fuß etwa 150 Meter rüber zum Bauspielplatz Ost, wo wir eine ähnliche Projektvorstellung bekamen. Die große Gruppe zerlief sich über den Platz etwas und es entstanden erste interessante Gespräche am Rande.

Wieder zurück im Bus verließen wir die Soziokultur und machten das Experiment einer 3er-Station. Der Bus hielt im Graphischen Viertel vor dem Reclam-Carrée und wir teilten uns in drei Gruppen auf, die dann mit jeweils ca. 20 Personen gut ins Reclam-Museum und Schumann-Haus passten. Die Übriggebliebenen ließen sich von unserem bestens vorbereiteten Moderator ins und ums Reclam-Carrée führen und erfuhren viel Wissenswertes um die ereignisreiche Leipziger Buchgeschichte. Über die Reclam-Geschichte selbst erzählte Museumsbetreiber PD Dr. phil. habil. Hans-Jochen Marquardt höchstpersönlich dreimal sehr viel genauso wissenswertes wie unterhaltsames, was ihm parallel dazu Frau Galow im Schumann-Haus gleichtat. Retrospektiv war dieses Museums-Wagnis ein voller Erfolg, wie u.a. die schriftlichen Feedbacks zeigten. Gleich neben unserem Bushalt war ein kleines Stück Straße im Rahmen des Parking Day gesperrt und dort gab es Kultur und Verköstigung, was einige nutzten, um sich mit einem Getränk zu versorgen und die autofreie Straße zu genießen.

Alle Gruppen wieder vereint im Bus fuhren wir dann in die Riebeckstraße, wo uns jemand vom Initiativkreis Riebeckstr63e ebenso beeindruckende wie bedrückende Einblicke in die Geschichte dieses Standorts gab. So erfuhren wir Geschichten von Ausgrenzung, Arbeitszwang und Abweichung über das letzte Jahrhundert am Ort der ehemaligen Arbeitsanstalt, aber auch von Bildungsangeboten und Gedenkarbeit zu diesen Themen.

Von dort ging es dann zur finalen Station nicht weit entfernt im Kohlrabizirkus – das Instititut fuer Zukunft – kurz IfZ – brachte uns Clubkultur näher. Das fanden nicht nur diejenigen interessant, die es noch nie ins IfZ schafften, aber immer schonmal dort zu elektronischer Musik tanzen wollten – auch die Älteren waren sehr begeistert über die Einblicke in die Räumlichkeiten und vor allem die Bedingungen, unter denen ein Club in Leipzig existiert. Oder besser existiert haben wird, denn bei unserer Tour war schon klar, dass das IfZ wenige Monate später schließen muss. So gab es dann auch einen regen Austausch über das Thema Verdrängung progressiver (Sub-)Kulturorte und manche verließen den Club durchaus ein wenig geknickt.

Die letzte Abfahrt fand dann auch schon im Abenddunkel statt und im Start- und Zielpunkt des Fortuna erwartete uns eine Ausstellung, die sich mit Malerei, Grafik und Installationen der Thematik des motorisierten Verkehrs und dessen Gefahren widmete.

Podiumsdiskussion zur Kommunalwahl

Am 22.04.2024 fand ab 18 Uhr im Stadtteilhaus das Wahlforum Leipziger Osten statt. Die VHS hatte in Kooperation mit dem Quartiersmanagement Leipziger Osten die Stadtratswahlkandidaten der aktuell im Stadtrat vertretenen Parteien eingeladen, sich den Fragen aus dem Quartier zu stellen. Auf dem Podium saßen mit Beate Ehms (Die Linke), Tobias Peter (Grünen) und Heiko Oswald (SPD) aktuell amtierende Stadträte, die sich wieder zur Wahl aufstellen lassen. Mit Julian Schröder (CDU) und Jörg Winkler (FDP) bewerben sich zwei Kandidaten zum ersten Mal auf einen Platz im Stadtrat.

Die Themen Wohnen, Verkehr sowie Klima bildeten den Mittelpunkt der Veranstaltung. Die Antworten der Kandidat*innen auf die Frage nach der Perspektiven in der Verkehrsentwicklung bewegten sich im Spektrum zwischen neue Angebote schaffen (weiterer Ausbau des ÖPNV, sicherer Radwegverbindungen und Fußgängerwege) über Restriktionen (MIV zurückdrängen durch Autospurenreduzierung zugunsten von Radwegen) bis hin zu der Meinung, dass eine dogmatische Aufteilung des Straßenraumes nicht unterstützenswert sei. Die „Neulinge“ wiesen auf die bisherigen Versäumnisse in der Verkehrsplanung seitens des amtierenden Stadtrates hin, die amtierenden Stadträte konterten mit den wahrnehmbaren Verbesserungen im Straßenverkehr v.a. im Bereich Radverkehr. Die Argumentationslinie verlief auch zwischen den Bedürfnissen derjenigen, die im Leipziger Osten tatsächlich wohnen und die verhältnismäßig wenig PKW besitzen und denjenigen, die in den Stadtteil wegen der Arbeit, Besorgungen etc. pendeln. Einig war man sich in der Einschätzung, dass die Anbindung der Außenbezirke mittels ÖPNV und Radverbindungen verbesserungswürdig sei, auch Überlegungen zur Parkraumbewirtschaftung standen im Raum.

Das nächste Thema drehte sich um Ordnung und Sauberkeit. Alle waren sich einig, dass der Vermüllungsgrad zugenommen hat. Hier reichten die Vorschläge über die Erhöhung des Budgets der Straßenreinigung für ihr Papierkorbkonzept bis hin zu einer radikaleren Umsetzung des Zero-Waste Ansatzes durch Mehrweggeschirr und Verpackungssteuern. Beim Thema Sicherheit setzen alle auf bürgernahe Ordnungskräfte, Ausweitung von Präventionsmaßnahmen und viel Kommunikation mit den Anwohnern. Die mediale Inszenierung v.a. der Eisenbahnstraße wurde als ein Teilproblem wahrgenommen und die Errichtung eines finanziell gut gefüllten Aktionsfonds zur Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung der Situation rund um das Rabet wurde bereits auf den Weg gebracht.

Beim Thema Wohnen wurde auch immer wieder darauf hingewiesen, dass die kommunale Politik allein die Probleme wie Spekulation, ausufernder (und stark verteuernde) Bauvorschriften, explodierende Kaltmieten aufgrund Gewinnerzielungsabsichten von Konzernen nicht lösen kann. Trotzdem wurden einige Lösungsvorschläge dargeboten, die von Mietendeckel wie in Berlin bis hin zur Errichtung von neuen Großraumsiedelungen auf der grünen Wiese reichten. Dabei spielen aber auch klimaschutztechnische Überlegungen eine Rolle, die sich erwärmende Stadt braucht, Grünflächen, Luftschneisen, Versickerungsflächen – eine Teillösung dazu wurde in der Bebauung bereits versiegelter Flächen gesehen. 

Das Publikum, was in der zweiten Stunde der Veranstaltung seine Fragen stellen konnte, beschäftigte sich offensichtlich auch mit den Auswirkungen des Klimawandels in der Stadt. Gefragt wurde nach Konzepten zu Bewässerung der Stadtbäume in Trockenperioden, weiteren Verschattungsperspektiven, begrünten Dächern oder auch Hausbegrünungen. Hier wurde eher auf die bereits angestoßenen oder sich in Umsetzung befindlichen Projekte wie 1000 Neupflanzungen im Jahr und Eigeninitiative (Leipzig gießt) verwiesen aber auch das seitens der Verwaltung erstellte Bewässerungskonzept erwähnt, welches mehr Brunnen, Wasserentnahmestellen und Grünflächenausweisung vorsieht.

Eine interessante Frage aus dem Publikum betraf die Verbindlichkeit von Stadtratsbeschlüssen. Man wollte wissen, wie der Stadtrat sicherstellt, dass Stadtratsbeschlüsse von der Verwaltung auch umgesetzt werden. Hier zeigten sich die Mühen der Ebene, aber auch, wie Demokratie funktioniert. Druck von der Anwohnerschaft und Dranbleiben seitens der ehrenamtlich arbeitenden Stadträte an den jeweiligen Themen verhelfen zur tatsächlichen Umsetzung der Beschlüsse. Demokratie ist keine Dienstleistung, die es seitens der Bürger zu delegieren gilt, sondern ein immerwährender Prozess, der eine aktive Zivilgesellschaft benötigt. Hier erfolgte auch noch Hinweis, dass ein Stadtrat eine gesamtstädtische Perspektive einnimmt, die Stadtratssitze und damit das Augenmerk auf die einzelnen Stadtteile aber nicht gleichmäßig verteilt sind. Dies kann nur über eine ausgewogene Wahlbeteiligung in allen Stadtteilen erfolgen, der Leipziger Osten hat eine relativ niedrige Wahlbeteiligung. Die hiesige Bevölkerung stellt sich somit aktiv schlechter als die Bewohner manch anderer Stadtteile. Am 09. Juni wäre die Gelegenheit, dies zu ändern.

Tag der offenen Tür am Campus Ihmelsstraße

Die beiden Schulen (Oberschule und Gymnasium) am Campus Ihmelsstraße luden am 01. Februar zum Tag der offenen Tür ein. Auch die Akteure aus dem sich ebenfalls auf dem Campus befindlichen Stadtteilhaus waren eingeladen, sich interessierten Eltern und zukünftigen Schüler:innen vorzustellen. So kamen Vertreter:innen der Musikschule, der Erziehungs- und Familienberatungsstelle des FAIRbund und wir als Quartiersmanagement  mit den vielen Besuchenden im Altbau der Schule ins Gespräch. Am Stand des Quartiersmanagements fand ein reger Austausch  zum Stadtteil, insbesondere zu den Themen Verkehr und Parkbogen Ost statt. Die Schulen luden ihrerseits ein, die jeweiligen Räume und Fachkabinette zu besuchen, sowie unterschiedliche Unterrichtskonzepte, wie VAIR, COOL und SOUL kennenzulernen. Der Förderverein beider Schulen begeisterte mit der Übersicht und Erläuterungen zu Elternmitwirkungsmöglichkeiten und einem reichen Kuchenbuffet, an denen Schüler:innen massenweise Kaffee und Kuchen ausschenkten. Musikalisch begleitet durch die Schüler:innenband und Schüler:innen der Musikschule war es ein schön gerahmter Nachmittag mit sehr guten Gesprächen.

Auch die L-IZ war vor Ort und hat den Nachmittag in folgendem kurzen Video zusammengefasst (auf “learn more” klicken, Video öffnet sich dann in neuem Fenster).

2026 – Quartiersmanagement Leipziger Osten

Das Quartiersmanagement Leipziger Osten wird durch das Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung beauftragt und aus dem Bund-Länder-Programm "Sozialer Zusammenhalt - Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten (SZP)" gefördert, der Projektträger ist CivixX – Werkstatt für Zivilgesellschaft.