Der Torgauer Platz wird ab März 2027 umfassend umgebaut. Ziel ist es, den Straßenbahnbetrieb der Linien 3 und 8 langfristig zu sichern, die Verkehrssicherheit für alle zu erhöhen und den Platz aufzuwerten.
Bauzeitraum: März 2027 bis Ende Juni 2028 (Nacharbeiten bis Jahresende 2028)
Auswirkungen auf den Verkehr: Während der Bauarbeiten wird der Torgauer Platz zeitweise vollständig für Autos, Bahnen und Busse gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr wird eingerichtet. Der Radverkehr wird umgeleitet, der Fußverkehr bleibt weiterhin möglich. Anlieger- und Lieferverkehr soll unter Baustellenbedingungen möglich bleiben; eine neue Lieferzone entsteht in der Torgauer Straße nördlich der Konradstraße. Mehrere Parkplätze entfallen im Zuge der Umgestaltung.
Was wird gebaut:
Neue Gleise und Fahrleitungen, ausgelegt für die breiteren Straßenbahnen der neuen Generation
Beidseitige Radfahrstreifen entlang der Torgauer Straße und Eisenbahnstraße
Barrierefreiere Haltestellen und einheitlich befestigte Gehwege
Neue Bäume und Grünflächen (14 Bäume weichen der Baumaßnahme, 24 neue werden gepflanzt, weitere folgen)
Trinkbrunnen
Mobilitätsstation
zusätzliche Fahrradbügel
neues Geländer
Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED
Hintergrund: Die Gleisanlagen sind in schlechtem Zustand und wurden bereits notsaniert. Die Haltestellen sind größtenteils nicht barrierefrei, Radfahrende können die Kreuzung bislang nur schwer sicher queren.
Digitale Infoveranstaltung 10. September 2026, ab 18:30 Uhr, online per Livestream Fragen können vorab per E-Mail an eingereicht oder live gestellt werden. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung wird zeitnah auf leipzig.de bereitgestellt – mit Untertiteln in Arabisch, Türkisch, Englisch und Russisch. Postkarten mit der Einladung befinden sich derzeit in Überarbeitung.
Termin verpasst? Für alle, die am 10. September nicht teilnehmen können, ist im I. Quartal 2027 eine zusätzliche Infoveranstaltung im Stadtteilhaus vorgesehen.
Weil das Ganze so schön war, das Wetter im Juni zumeist sowieso gut, dachte sich der Hauptorganisator der Tour – Thomas Grahl – es wäre doch schön, diese Tour an einem Sonntag mit dem Rad noch einmal anzubieten. Gesagt-getan. Leider standen, abgesehen von den Goase-Leuten, die anderen Teiletappenführer am Sonntag nicht zur Verfügung. So musste der mit einem wirklich phänomenalen Gedächtnis gesegnet Moderator Jörg sich alles merken, was diese so erzählt hatten und selbst den jeweiligen Experten geben. Was er, soviel sei schon verraten, auch hervorragend gemeistert hat. Diejenigen die am Freitag schon dabei waren konnten da nur „Chapeau“ sagen.
Aber noch stehen wir am IG Fortuna. Da es schwierig ist, von einem Rad aus eine 17-köpfige Truppe während der Fahrt mit den nötigen Informationen zu versorgen, gibt es zu Beginn der Tour eine ausgiebige Einführung. Hier kommt auch die Geschichte des Fortuna-Gebäude, dessen Rettung durch die IG Fortuna und die vielen Hindernisse, die immer noch im Weg liegen zum Vortrag. Im Hintergrund schachten derweil die nimmermüden Fortuna-Retter den Boden frei, damit bald Container gestellt werden können und es wieder wenigstens ein Stückweit voran gehen kann.
Aber dann schwingen sich alle auf das Rad. Die beiden Redakteure von Radio-Blau, die teilweise live von der Tour senden werden, nehmen in der Fahrrad-Rikscha von „Radeln im Alter“ mit ihrem Technikequipment Platz. Die unsere Gruppe mehr als 15 Menschen umfasst, dürfen wir im Verband fahren. Dies bedeutet z.B., wenn ein Teil der Gruppe über eine grüne Ampel gefahren ist und diese schaltet, auf Rot darf der Rest der Gruppe auch bei Rot die Straße überqueren. Die Tourverantwortlichen – ausgestattet mit Warnwesten – sorgen während der Fahrt für die Sicherheit, aber es geht auch alles gut. Wieder nehmen wir Kurs auf den Parkbogen. Diesmal besteigt die Gruppe eine andere Stelle des Parkbogens, während unten die Fahrräder bewacht werden, erläutert Jörg den Teilnehmenden die Bauschritte und die zukünftigen Planungen – soweit bekannt.
Auch nun begibt sich die Truppe auf den längsten Weg der Tour. Parallel zur Eisenbahnstraße geht es auf alleeartigen Routen schnell voran und es dauert nicht lange bis das Rosental erreicht ist. Auch diese Gruppe lernt etwas über die Lichthöfe, die Eichen zum Wachsen brauchen aber auch viel über die Geschichte des Rosentals. Der Vortrag ist kurzweilig, der Aufenthalt im Schatten der Bäume ist erholsam, die ersten packen nebenbei mitgebrachte Essenvorräte aus und stärken sich. Das ist eigentlich nicht nötig, den auch bei dieser Tour erwartet die Teilnehmendes im Garten des Oase e.V. ein wunderbares Picknick und ein einladender Garten. Nach einer ausgiebigen Pause endet auch diese Tour im Budde-Kunstgarten.
Am Freitag, den 05.06.2026 wandten sich kurz vor 15 Uhr alle Blicke der 50 vor dem IG Fortuna Wartenden in Richtung Zentrum. Da kam er, der rote Doppeldeckerbus, bereit alle Gäste aufzunehmen, um in den folgenden 5h verschiedene Plätze unter dem Motte Stadtgrün anzusteuern. Auch Radio Blau war wieder mit an Bord und zeichnete die Tour für die Radiohörer auf.
Moderator Jörg Werner begrüßte die Mitfahrenden an Bord und schon ging es los. Das erste Ziel war der Sellerhäuser Bogen. Rene Ziepricht vom Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung wartete schon an der Baustellenleiter, die es in zwei Gruppen zu überwinden galt, um die Forstschritte oben auf dem Parkbogen begutachten zu können. Dort hatte sich einiges getan, große Pflanzeninseln mit Bäumen in ihrer Mitte bestimmten das Bild, Sitzgelegenheiten sowie Wassercontainer für die Versorgung der Pflanzen waren ebenso zu finden, wie Straßenlaternen, um die Passage sicherer zu gestalten. Radfahrer und Fußgänger werden sich künftig den Platz da oben teilen, doch auch für Verweilmöglichkeiten ist gesorgt. Insgesamt kosteten diese 500 m Parkbogen ca. 8 Mio. € inklusive Aufgänge und Rampen, Bauen für die Ewigkeit! Für diejenigen Teilnehmer, die diese Bauleiter nicht erklimmen konnten, zeigte Rene Ziepricht wieder unten angekommen große Fototafeln und erklärte die Bauplanungen und Bauschritte noch einmal.
Dann ging es wieder in den Bus und die längste Strecke – vorbei an der Innenstadt und dem Zoo nach Gohlis – wurde zur Freude der Mitfahrenden absolviert. Für die im Obergeschoß des Busses eröffneten sich ungewohnte Perspektiven auf ihre Stadt. Und der Moderator konnte einmal richtig tief in der grünen Geschichte der Stadt Leipzig und ihrer vielen Flüsse und Bäche kramen und die Mitfahrenden dadurch nicht nur auf der Straße, sondern auch in der Zeit reisen lassen. Am Rosental erwartete der Stadtwaldranger Marko Reimanndie Gruppe. Aufgrund unserer Zeitbeschränkung hatte er die Rosentaltour von normalerweise 3h auf 40 min runtergeschraubt und trotzdem viel Interessantes zu erzählen. Das Rosental existiert schon sehr lange, erst in Zeiten der Industrialisierung wurde aus dem sehr lockeren vereinzelt stehenden Baumbestand, dem wir heute noch ca. 2000 Eichen verdanken, die zwischen 150-300 Jahre alt sind, ein Stadtwald, wie wir ihn heute kennen. Bedingt durch die veränderten Nutzungs- aber auch Klimaverhältnisse herrschen heute andere Baumarten wie der Ahorn vor, aber auch der Hochwasserschutz, der aus dem Auwald einen trockenstehenden Stadtwald gemacht hat, sorgt für Veränderungen im Rosental. Der Stadtforst reagiert darauf und unterstützt die traditionellen Baumarten nach Kräften, um deren Bestehen zu sichern, damit auch nachfolgende Generationen das Rosental als grünen Rückzugsort nutzen können.
Nach der kleinen Wanderung ging es wieder in den Bus. Das nächste Ziel war der Goase e.V. Dieser wurde rund um einem 3 Hektar großer Garten gegründet, der zu einem Hausprojekt der SoWo (solidarische Wohngenossenschaft) gehört. Die Bewohner haben das Mehrfamilienhaus aus den 1920ern u.a. mit Hilfe von Direktkrediten gekauft und sanieren dieses schrittweise. Für die 30 Bewohner inklusive 6 Kinder ist der Garten natürlich viel zu groß, so haben sie einen Verein gegründet, der sich um den Garten und seine 4 glücklichen Hühner kümmert, dort einen Rückzugsort für die Nachbarschaft geschaffen hat und Kulturveranstaltungen organisiert. Die Busteilnehmer erwartete neben der Vorstellung des Projektes auch ein liebevoll hergerichtetes Picknick, welches sich im Garten ausgiebig genießen ließ. Das die netten Bewohner auch an andere Nutzer des bisher unsanierten Gebäudes dachten, bewiesen sie eindrücklich, indem sie bei den Sanierungsarbeiten Nistkästen für Mauersegler und Rückzugsquartiere für Fledermäuse unter der Dachtraufe anbrachten, was für viele „Ach wie schön“ aus dem Kreis der Busreisenden sorgte.
Nach einer langen Picknickpause ging es wieder in den Bus, ein letzte Ziel – das Buddehaus und dessen Kunstgarten stand auf dem Programm. Der Leiter des Buddehaus Jürgen Schrödl begrüßte persönlich die Gäste und führte sie an der Bleichert Villa vorbei in den großen Garten. Dort – im Tiefbeet – sammelte sich die Gruppe und lauschte den Ausführungen zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Villa und des Gartens. In diesem werden jedes Jahr unterschiedliche Ausstellungen kuratiert, die aktuelle zeigt faszinierende Photographien von Insekten. Da aber auch der Garten damit noch nicht ausgelastet ist, entstehen durch freiwilliges Engagement von jungen Menschen jedes Jahr neue und bleibende Details. Der Garten steht alle Menschen offen, um dort verweilen zu können und wen es nach Erfrischungen gelüstet – für einen Biergarten ist auch gesorgt. In diesen verfügten sich einige Gäste, während ein Rest wieder in der Bus stieg und die „Heim“fahrt in den Leipziger Osten antrat.
Frühjahrsputz im Leipziger Osten am Wochenende 4. – 6. April
Am Wochenende vom 4. Bis 6. April fanden zahlreiche Frühjahrsputz-Aktionen im Leipziger Osten statt. Engagierte Nachbarinnen und Nachbarn und eine ganze Reihe an Vereinen und Initiativen aus dem Stadtteil halfen mit Straßen, Parks und Brachflächen vom herumliegenden Müll zu säubern. Die bereits immer kräftiger werdenden Frühlingssonne, tut dieser Tage ihr Übriges, um den Stadtteil in neuem Glanz erstrahlen zu lassen.
Wir möchten uns auch noch einmal bei der Stadtreinigung Leipzig bedanken, die die reibungslose Organisation der Putzaktionen möglich gemacht hat und für die Versorgung mit Müllsäcken und Müllgreifern und die anschließende Abholung des gesammelten Mülls gesorgt hat.
Wer weiterhin Lust hat etwas für die Sauberkeit des Stadtteils zu tun, kann sich der Gruppe „Müllfreiräume Ost“ anschließen, die in der Regel einmal im Monat eine öffentliche Putzaktion im Leipziger Osten veranstalten. Ihr könnt sie unter der Mailadresse erreichen.
Außerdem könne auch außerhalb des Frühjahrsputzes jederzeit selbstständig Putzaktionen bei der Stadtreinigung angemeldet und entsprechendes Material geliehen werden. Weiter Informationen vom Team Stadtsauberkeit und die Möglichkeit zur Anmeldung von Putzaktionen finden Sie unter: https://stadtreinigung-leipzig.de/wir-fuer-eine-schoene-stadt/stadtsauberkeit
Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die mitgeholfen haben, unseren Stadtteil aufzuräumen und für den Frühling herauszuputzen!
Vorläufige Zusammenfassung der Dialogveranstaltung zu Unwohlorten im Stadtteil
Am 25. März fand im Stadtteilhaus auf der Wurzner Straße 70 eine Dialogveranstaltung zu sogenannten “Unwohlorten” statt. Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsam mit Vertreterinnen der Stadtreinigung, des Ordnungsamts und engagierten Bürgerinnen Maßnahmen zur Verbesserung bestimmter Ecken im Stadtteil zu entwickeln und städtische und zivilgesellschaftliche Handlungsoptionen vorzustellen.
Nach einer kurzen Einführung wurden die Ziele und der Ablauf der Veranstaltung kurz erläutert. Die Einstimmung der Teilnehmenden erfolgte mit einer interaktiven Umfrage zu den Wahrnehmungen der Teilnehmenden bezüglich Vermüllung und deren Ursachen.
Im ersten inhaltlichen Block gab die Stadtreinigung einen Überblick über die Gebiete mit dem höchsten Vermüllungsgrad im Leipziger Osten, die Art des Mülls sowie die aktuellen Reinigungszyklen. Dabei wurden auch die Kosten und deren Verteilung erläutert. Besondere Aufmerksamkeit galt Projekten wie den Sauberkeitsbotschaftern und den Mülldetektiven, die zur Verbesserung der Stadtsauberkeit beitragen sollen. Interessierte können sich direkt bei der Stadtreinigung für das Sauberkeitsbotschafter-Programm bewerben: Jetzt bewerben.
Danach folgten Beiträge aus der Zivilgesellschaft. Die Initiative “Müllfreiräume Ost” berichtete über ihre Erfahrungen mit gemeinschaftlich organisierten Müllsammelaktionen. Ein weiteres Beispiel stellten die LWB und das Quartiersmanagement Paunsdorf vor, die Gespräche an Müllplätzen führten, Sperrmüllaktionen organisieren und sich für eine bessere Mülltrennung einsetzen.
Herr Kremser als Vertreter des Stadtordnungsdienstes erläuterte die Aufgaben des selbigen, die täglichen Einsatzgebiete und die zur Verfügung stehenden Instrumente, wie den Mängelmelder. Zudem wurde diskutiert, welche Unterstützung aus der Zivilgesellschaft notwendig wäre, um effektiver arbeiten zu können. Themen wie soziale Kontrolle, fehlende Bußgeldverfahren und die Bedeutung von mehr Eigenverantwortung der Anwohnenden wurden beleuchtet.
Zwischen den Inputs wurden Schätzfragen integriert, um das Publikum interaktiv einzubinden, beispielsweise zur Anzahl der genehmigten Büchertauschschränke in Sachsen oder der Anzahl privat organisierten Clean-Ups.
Abschließend wurden weitere Positivbeispiele vorgestellt, darunter das Mehrweggesetz sowie die Verpackungssteuer in Tübingen, die als mögliche Vorbilder für lokale Maßnahmen dienen könnten. In der letzten Phase der Veranstaltung wurden alle gesammelten Ideen systematisch auf einem padlet dokumentiert und Verabredungen für zukünftige Maßnahmen getroffen.
Ergebnisse und Lösungsansätze Die Diskussionen zeigten, dass es insbesondere in bestimmten Bereichen des Stadtteils Handlungsbedarf gibt. Neben Sperrmüllablagerungen, Hundekot und Gewerbemüll wurde auch das Thema Vermüllung durch Drogenkonsum angesprochen. Kontakte für die Beseitigung oder auch Unterstützung für Hilfebedürftige sind im padlet festgehalten.
Gemeinsam wurden verschiedene Lösungsansätze besprochen, darunter:
Gewerbe müssten stärker auf die Einhaltung der Pflicht kontrolliert werden, Mülleimer an ihren Geschäften anzubringen
Die Verpackungssteuer wurde als einer wichtigsten Handlungsoption gesehen. Hier ist die Stadt Leipzig aktuell in der Prüfung
Einrichtung zusätzlicher Mülleimer und Sensibilisierungskampagnen für eine saubere Umgebung,
Prüfung der künstlerischen Gestaltung von Mülleimern, um das Wegwerfen “spielerisch” anzuleiten,
Förderung von nachbarschaftlichem Engagement und Patenschaften für bestimmte Orte,
Transparenz über die städtischen Straßenreinigungsgebühren, um hierdurch ggf. die soziale Kontrolle zu erhöhen
Die Veranstaltung endete mit einer Einladung zum gemeinsamen Frühjahrsputz und dem Hinweis auf die Folgeveranstaltung Unwohlorte II, welches sich speziell mit dem Sicherheitsgefühl von vulnerablen Gruppen im Stadtteil auseinandersetzen wird. Die Teilnehmenden konnten ihre Eindrücke zu den “Unwohlorten” mithilfe einer Farbcode-Karte festhalten. Diese Veranstaltung ist für den 18. November 2025 geplant.
Fazit Die Veranstaltung bot einen offenen Austausch zwischen Bürgerinnen und Stadtvertreterinnen und lieferte wertvolle Ansätze zur Verbesserung des Stadtteils. Die gesammelten Ideen werden nun weiter geprüft und sollen nach Möglichkeit in konkrete Maßnahmen überführt werden.
Vielen Dank an alle Beteiligten für ihre wertvollen Beiträge!
Im September dann ging es zur zweiten Tour – wieder bestes Cabrio-Wetter. Dank verschiedener Verkehrsbeeinträchtigungen u.a. des „Parking Day“ kam der Bus mit 15 Minuten Verspätung zur Abfahrt am Fortuna, wo sich schon mehr als 60 Menschen drängelten. Letztlich fuhren 64 Personen mit, diesmal im Alter von eins und fünf bis 75 Jahren, bunt gemischt. Studierende, Rentner*innen, Kultur- und Stadtteilinteressierte.
Erster Halt am soziokulturellen Zentrum Pöge-Haus. Zwei Mitarbeitende des Hauses begrüßten alle Reisenden im erdgeschossigen Saal und stellten in 15 Minuten kurz das Haus in seiner Geschichte und seinem Wirken in den Stadtteil vor.
Von dort ging es zu Fuß etwa 150 Meter rüber zum Bauspielplatz Ost, wo wir eine ähnliche Projektvorstellung bekamen. Die große Gruppe zerlief sich über den Platz etwas und es entstanden erste interessante Gespräche am Rande.
Wieder zurück im Bus verließen wir die Soziokultur und machten das Experiment einer 3er-Station. Der Bus hielt im Graphischen Viertel vor dem Reclam-Carrée und wir teilten uns in drei Gruppen auf, die dann mit jeweils ca. 20 Personen gut ins Reclam-Museum und Schumann-Haus passten. Die Übriggebliebenen ließen sich von unserem bestens vorbereiteten Moderator ins und ums Reclam-Carrée führen und erfuhren viel Wissenswertes um die ereignisreiche Leipziger Buchgeschichte. Über die Reclam-Geschichte selbst erzählte Museumsbetreiber PD Dr. phil. habil. Hans-Jochen Marquardt höchstpersönlich dreimal sehr viel genauso wissenswertes wie unterhaltsames, was ihm parallel dazu Frau Galow im Schumann-Haus gleichtat. Retrospektiv war dieses Museums-Wagnis ein voller Erfolg, wie u.a. die schriftlichen Feedbacks zeigten. Gleich neben unserem Bushalt war ein kleines Stück Straße im Rahmen des Parking Day gesperrt und dort gab es Kultur und Verköstigung, was einige nutzten, um sich mit einem Getränk zu versorgen und die autofreie Straße zu genießen.
Alle Gruppen wieder vereint im Bus fuhren wir dann in die Riebeckstraße, wo uns jemand vom Initiativkreis Riebeckstr63e ebenso beeindruckende wie bedrückende Einblicke in die Geschichte dieses Standorts gab. So erfuhren wir Geschichten von Ausgrenzung, Arbeitszwang und Abweichung über das letzte Jahrhundert am Ort der ehemaligen Arbeitsanstalt, aber auch von Bildungsangeboten und Gedenkarbeit zu diesen Themen.
Von dort ging es dann zur finalen Station nicht weit entfernt im Kohlrabizirkus – das Instititut fuer Zukunft – kurz IfZ – brachte uns Clubkultur näher. Das fanden nicht nur diejenigen interessant, die es noch nie ins IfZ schafften, aber immer schonmal dort zu elektronischer Musik tanzen wollten – auch die Älteren waren sehr begeistert über die Einblicke in die Räumlichkeiten und vor allem die Bedingungen, unter denen ein Club in Leipzig existiert. Oder besser existiert haben wird, denn bei unserer Tour war schon klar, dass das IfZ wenige Monate später schließen muss. So gab es dann auch einen regen Austausch über das Thema Verdrängung progressiver (Sub-)Kulturorte und manche verließen den Club durchaus ein wenig geknickt.
Die letzte Abfahrt fand dann auch schon im Abenddunkel statt und im Start- und Zielpunkt des Fortuna erwartete uns eine Ausstellung, die sich mit Malerei, Grafik und Installationen der Thematik des motorisierten Verkehrs und dessen Gefahren widmete.
Wie barrierearm ist der Leipziger Osten eigentlich? Welche Stolperfallen und Barrieren begegnen uns auf unserem täglichen Weg zum Bäcker, zur Straßenbahn oder zum Café um die Ecke? Dieser Frage sind wir am 25.07. bei unserem Rundgang „Unser Stadtteil – barrierearm?!“ nachgegangen.
Zusammen mit dem Behindertenverband Leipzig e. V. hat das Quartiersmanagement Leipziger Osten dazu eingeladen, gemeinsam die Barrieren im Stadtteil zu erkunden. Rund 20 Teilnehmer*innen sind dieser Einladung gefolgt, eine bunte Mischung aus Vertreter*innen des Behindertenverbandes und des Blinden- und Sehbehindertenverbandes (BSVS) sowie interessierten Anwohner*innen. Auch der Fußverkehrsbeauftragte der Stadt Leipzig, Friedemann Goerl, nahm an der Veranstaltung teil, nahm Hinweise auf und gab Inputs aus der Stadtverwaltung. Los ging’s am Stadtteilteilhaus in der Wurzner Str. 70. Nach der Begrüßung und einer kurzen Vorstellungsrunde schauten wir uns den Campus der Quartiersschule Ihmelsstraße genauer an. Hier fielen die Rampe, die zum Eingang des Stadtteilhauses führt, und die farbliche Markierung der Treppenstufenkanten positiv auf. Gleichzeitig wurde auch angemerkt, dass die Leitstreifen, die zu den Eingängen zum Stadtteilhaus führen, fehlen und das Gebäude somit schwer für Leute mit Seheinschränkungen zugänglich ist. Besonders spannend und erkenntnisreich waren die Inputs der blinden und sehbehinderten Teilnehmer*innen und der Rollstuhlfahrer*innen, da diese auf zahlreiche Stellen und Barrieren auf dem Weg aufmerksam machten und die Vor- und Nachteile verschiedener Maßnahmen diskutierten.
Weiter ging es über die Ihmelsstraße zur Haltestelle Wiebelstraße. Auch die Haltestelle stellte sich als Beispiel für gut umgesetzte Maßnahmen heraus. Die Haltestelle ist so gebaut, dass ein Leitstreifen zur ersten Tür der Bahn führt, die auditive Informationen zur Linie der Straßenbahn gibt. Durch den Fahrradweg zwischen Haltestelle und Bahngleisen sei die Haltestelle dennoch risikobehaftet, da die Fahrradfahrenden oft auch beim Einfahren der Straßenbahn nicht stehen bleiben oder langsamer fahren. Auf dem Weg zeigten sich damit nicht nur bauliche Barrieren wie fehlende Aufmerksamkeitsfelder (z.B. um auf abgesenkte Bordsteine hinzuweisen) oder Ampeln ohne Blindensignale sondern auch zahlreiche Möglichkeiten, sich im Alltag umsichtiger zu verhalten und selbst zu mehr Barrierefreiheit beizutragen. Dazu zählen neben rücksichtsvollem Fahrrad- und Autofahren das platzsparende Abstellen von Mülltonnen und Fahrrädern auf dem Gehweg. Diese versperren oft den Gehweg, wodurch man vor allem mit Rollstuhl nicht mehr vorbeikomme.
Die Teilnehmer*innen, die die mitgebrachten Rollstühle und Simulationsbrillen und Langstöcke fleißig ausprobierten, konnten so einmal erleben, wie umständlich es sein kann, wenn das Leihfahrrad mitten auf dem Weg abgestellt ist und man deshalb die Straßenseite wechseln muss. Auf dem Weg war außerdem noch Zeit für Austausch und Erfahrungsberichte. So erzählten eine Rollstuhlfahrerin und eine blinde Frau aus ihrem Leben und auch zum Umgang in der Öffentlichkeit:
„Ich habe noch einen Sehrest, aber ich bin immer dankbar für jeden Hinweis auf Hindernisse. Aber wenn ich angesprochen werde, bin ich auch immer vorsichtig, weil ich nicht alle Gesichter erkenne. Ich würde mir auch nicht wünschen, dass jemand mich ungefragt berührt und führt.“
Nach der letzten und hindernisreichsten Etappe auf der Eisenbahnstraße kamen wir im Garten der Eisenbahnstraße 66 an, wo wir den zweistündigen Rundgang mit erfrischenden Getränken und Snacks ausklingen ließen.
Wir danken dem Behindertenverband für die schöne Zusammenarbeit, den Vertreter*innen des Behindertenverbandes und des BSVS für die Inputs und allen Teilnehmenden für den spannenden Austausch! Wir freuen uns, Sie und euch bei der nächsten Veranstaltung wiederzusehen.
Weitere Informationen zum Thema Barrierefreiheit und Mobilität finden Sie hier:
Am 16.06.2024 veranstaltete der Bürgerverein Neustädter Markt e.V. das 19. Neustädter Frühstück. Vereine, Kirche und Parteien boten an ihren Informationsständen kleine Snacks und Getränke an und kamen so mit den Anwohnern ins Gespräch. Auch das Quartiersmanagement Leipziger Osten war vor Ort und teilte sich mit der Freiwilligenagentur Leipzig einen Stand. Einige Bewohner*innen erkundigten sich nach dem Verbleib der Verschenkekiste und bedauerten deren Verschwinden auf der Eisenbahnstraße. Etliche kannten die Arbeit des Quartiersmanagements und erkundigten sich über aktuelle Beteiligungsformate. Die Infostände wurden durch einige Flohmarktstände und v.a. durch Mitmachangebote für Kinder ergänzt, die das am 01.06.2024 wegen schlechter Wetterprognosen ausgefallene Kinderfest nachfeierten. Die musikalische Umrahmung übernahm Jörg Werner, der mit einem Grammophon und alten Schellackplatten auch einen Blickfang bot. Nicht zu vergessen die Band Lipsi Tight, die mit Klassikern aus den 20- und 30er Jahren dafür sorgte, dass alle Anwesenden beschwingt durch das Fest liefen. Auch das Wetter spielte mit, womit das Neustädter Frühstück eine rundum gelungene Veranstaltung für alle Anwesenden wurde.
Die grüne Tour 2024 im roten Doppeldecker führte durch grüne, klimapolitisch oder -praktisch relevante Orte des Leipziger Ostens.
Das erste Ziel war das Klimabüro Leipzig der Verbraucherzentrale Sachsen. Ein Halt ohne Aussteigen, ein Vertreter kam in den Bus und stellte die Arbeit und Vernetzungen des Klimabüros dar.
Weiter ging es für die 53 Mitfahrenden in den barrierefreien Bildungsgarten SALVIA, sehr nah beim Paunsdorf-Center. Hier begrüßten uns zwei Mitarbeitende und gaben in zwei Gruppen Ein- und Ausblicke in das große Areal, standen Rede und Antwort den vielen Nachfragen und ließen die gießwütigen Busgäste mit Kannen bepackt zur Tat schreiten.
Die nächste Station sollte die kooperative Landwirtschaft KoLa Leipzig in Taucha sein. Aufgrund eines aktuellen Trauerfalls kam es kurzfristig zu der Entscheidung keine Führung anbieten zu können. Stattdessen bekamen wir Infomaterial zugesandt und der Moderator Jörg Werner übernahm die grobe Vorstellung dieses Ortes. Und statt einer Führung ging es für alle auf den Erdbeeracker, wo jede*r sich ein großes Schälchen Erdbeeren und den Magen vollschlagen durfte. Dafür wurde fleißig gespendet und die Viertelstunde lockeres Pflücken war eine willkommene Abwechslung zum Input. So wurde die Weite genossen, sich über Erdbeeren und andere Ackerfrüchte ausgetauscht und die ersten richtigen Gespräche unter den Mitfahrenden entstanden.
Weiter ging es dann zum nicht weit entfernt gelegenen alten Rittergutsschloss Taucha, in dessen Hof uns eine Vertreterin der Klima-Initiative Taucha von ihrem Wirken erzählte, bspw. als Bürgerenergie-Genossenschaft größere Photovoltaik-Anlagen in Taucha zu installieren, aber auch sonst politisch und tatkräftig für den Klimaschutz in Taucha und leipzig aktiv zu sein. Ein Vertreter des Fördervereins Schloss Taucha e.V. erzählte außerdem vom vielfältigen ehrenamtlichen Engagement, womit das alte Schloss saniert werden konnte und nun neben dem 1. Rittergutsmuseum Deutschlands auch eine „Kulturscheune“ betrieben wird.
Schon fast 3½ Stunden unterwegs ging es nun auf zur letzten großen Station – dem Mariannenpark als einen der ersten Bürgerparks Leipzigs. Hierfür konnten wir durch eine Kooperation mit dem Projekt „Lebendige Nachbarschaft“ des BGL Nachbarschaftshilfeverein e.V. Leipzigs wohl renommiertesten Parkführer engagieren. Michael Berninger, Koordiniator von „Leipzig Grün“ führte uns mehr als fachkundlich und gleichermaßen gemütlich durch den kompletten Mariannenpark. Dabei lenkte er unser Augenmerk immer wieder auf historische und stadtpolitische Hintergründe des einstigen Schlossparks und bot auch architektonisches und pflanzenkundliches Wissen.
Der Bus holte uns am anderen Ende des Parks dann ab (wo es auch noch ein paar Worte Berningers zum Schönefelder Schloss gab) und fuhr uns wieder zum Ausgangspunkt – dem Fortuna in der Eisenbahnstraße. Dort erwartete die Busgäste der interessant kostümierte Chor, der für die 25-30 Verbliebene und Dazugekommene feinsten „Acapella Flower Punk“ im Fortuna-Saal sang.
Pünktlich eine Viertelstunde vor Beginn unseres Stadtteilrundgangs zum Thema Nachhaltigkeit im Leipziger Osten schlugen die ersten Regentropfen an die Fenster unseres Büros. Doch jetzt gab es kein Zurück mehr: Der Kaffee war gekocht, das Lastenrad gepackt und die Route bis ins letzte Detail geplant. Doch unsere Sorgen, dass das schlechte Wetter die Teilnehmenden fernhalten würde, blieb unbegründet. Um 16 Uhr hatte sich vor dem Stadtteilhaus eine ansehnliche Gruppe, ausgestattet mit Regenjacken und Schirmen versammelt. Nach einer kurzen Begrüßung und Vorstellung unserer Mitorganisator*innen vom Klimabüro gab es nur wenige Meter weiter an der Rietzschkeaue den ersten Input zur Funktion der Grünfläche im Hinblick auf Artenvielfalt und als Überflutungsgebiet. Nachdem es der Tross unbeschadet über die große Kreuzung am Torgauer Platz geschafft hatte, erreichten wir unsere zweite Station: Die Verschenkekiste. Uns wurde etwas über die Geschichte und Ziele des gleichnamigen Vereins erzählt, der hinter dem Umsonst-Laden auf der Eisenbahnstraße steckt, bevor wir uns im Laden umschauen und bedienen konnten. Anschließend verließen wir den Trubel der Eisenbahnstraße und gelangten in die ruhigere Hildegardstraße, in die durch das Pilotprojekt des Superblocks Leipzig e.V. zusätzliche Ruhe eingekehrt ist. Nach der Vorstellung des Projekts, das durch die Einrichtung einer Diagonalsperre und der Aufstellung einiger Hochbeete und weiteren Straßenmobiliars den Durchgangsverkehr im Quartier verringern und die Lebensqualität steigern soll, wurde uns von Herrn Lindhorst (Abteilungsleiter der Verkehrsbehörde) das neue Verkehrskonzept für den Bereich nördlich der Eisenbahnstraße vorgestellt. Dieses wurde auch just an diesem Tag veröffentlicht. Weiter ging es in der Ludwigstraße, wo sich im aus dem Winterschlaf erwachenden Gemeinschaftsgarten der Querbeet e.V. vorstellte und einlud in Zukunft vorbeizukommen, mitzugärtnern und etwas über die heimische Pflanzenwelt zu lernen. Zurück auf der Eisenbahnstraße stellte sich uns der Ernährungsrat vor, der zwar stadtweit agiert, aber ab sofort auch verstärkt im Leipziger Osten das Thema „gute Ernährung für alle“ angehen möchte. Nach knappen zwei Stunden endete unser Rundgang schließlich im Klimabüro der Verbraucherzentrale Sachsen in der Elisabethstraße. Nach der Vorstellung ihrer aktuellen Projekte und Angebote für den Stadtteil präsentierte uns das Team ihr Klimarad, auf dem Freiwillige durch kräftiges Strampeln Strom für einen Mixer erzeugen, und so die erschöpfte Gruppe mit leckeren Smoothies stärken konnten.
Wir bedanken uns bei allen Initiativen, die sich vorgestellt haben, sowie bei allen Teilnehmenden und hoffen Sie und euch bei unseren nächsten Veranstaltungen wiederzusehen.
Auf dem Weg zur RietzschkeaueIm SUPERBLOCKS Testgebietzu Besuch im QuerbeetEntstation Klimabüro mit Smoothiesder Ernährungsrat berichtet