Tag: öffentlicher Raum

#2 – Ein Gedenkstein mit einer Segelfregatte mitten in Leipzig?

Fundstück Porphyr-Gedenkstein Verkehrsinsel Breite Straße

Wer von Anger-Crottendorf aus in Richtung Reudnitz durch das Stadtgrün schlendert, trifft auf einer kleinen Verkehrsinsel auf einen Gedenkstein aus roten Porphyr auf dem – untypisch für Leipzigs Lage weit weg vom Meer – eine Segelfregatte abgebildet ist. Der Gedenkstein ist Karl Rudolf Bromme gewidmet. Dieser wurde 1804 im Vordorf Anger geboren, das Geburtshaus in der Breiten Straße 3 wich 1929 den Mietshäusern aus der Gründerzeit. Brommy zog es an die Hamburger Navigationsschule und bestand seine Seemannsprüfung nach großen Seereisen mit Auszeichnung. Fortan diente er bei der Handelsflotte der USA  bis er 1827 in die Dienste der griechischen Flotte trat und damit in den Kampf gegen die Besatzungsmacht Türkei. Er brachte es bis zum Flaggenkapitän und half nach Kriegsende die griechische Seekriegsflotte aufzubauen. Er gründete eine Marineschule und gab 1848 das Buch „Die Marine“ raus. Dies begründete seinen Ruf als Autorität in allen Fragen des Seekriegswesens brachte ihm die Aufmerksamkeit der Frankfurter Nationalversammlung ein, die gerade den Aufbau einer deutschen Flotte beschlossen hatte. Brommy machte sich daran eine Flotte aufzubauen und schon 1849 lieferte er sich mit einer dänischen Korvette das „Seegefecht vor Helgoland“, welches deutschlandweit als großer Sieg der deutschen Seeflotte gefeiert wurde. Er wurde bald zum Konteradmiral befördert. Die Bemühungen einen deutschen Nationalstaat zu schaffen, scheiterten indes, nicht alle Teilstaaten wollten für die Flotte ihren Beitrag zahlen und so wurde die deutsche Seeflotte bereits 1852 wieder aufgelöst, Admiral Brommy in den Ruhestand verabschiedet. Bei seinem Tod 1860 war Brommy schon wieder fast vergessen. Erst 1897 – als unter Kaiser Wilhelm II nach einem „Platz an der Sonne“ gestrebt wurde und dafür ein massiver Ausbau der deutschen Hochseeflotte vorangetrieben und diese als nationale Prestigeobjekt gefeiert wurde, erinnerte man sich wieder des ersten deutschen Admirals. Neben einen Denkmal mit Büste an seinem Grab in Hamburg, das von Wilhelm II enthüllt wurde, ehrte auch die Heimatstadt Leipzig Brommy mit einer Gedenktafel am Geburtshaus. Nach 1918 wurde es wieder still um den zum Militärhelden stilisierten Brommy. Mit Abriß des Geburtshauses verschwand die Gedenktafel, was niemand zu bemerken schien. Doch schon bald suchte man wieder militärische Helden, erinnerte sich erneut an Brommy und errichtete 1939 den Gedenkstein an der Stelle an der er bis heute steht, zu DDR Zeit in einem wuchernden Gebüsch versteckt.  

#1 – Kuppelbau am Torgauer Platz

Jedem ist bestimmt schon einmal das schöne alte Gebäude am sonst eher sehr modern gehaltenen Torgauer Platz aufgefallen, indem sich heute eine Weinhandlung befindet.

Das Kuppelgebäude Baujahr 1900 ist das einzige Gebäude, welches von der Deutsch-Amerikanischen Maschinenfabrik von Ernst Kirchner & Co. noch steht, die  ab1878 am Platz errichtet wurde. In einer Zeit, in der sich die Kosten für aus den USA importiertes Holz u.a. bedingt durch hohe Transportkosten stark verteuerte und gleichzeitig die Arbeitslöhne aber auch die Ansprüche der Konsumenten an die Qualität des Holzes stiegen, konstruierte die Firma Holzbearbeitungsmaschinen, die für wenig Holzverschnitt sorgten. Gleichzeitig lieferten die Maschinen eine Qualität, die bisher nur in Handarbeit hergestellt werden konnte. Schon 1887 beschäftigte die mit 17 Arbeitern gestartete Fabrik über 200 Menschen, die nach firmeneigenen Patenten die unterschiedlichsten Maschinen herstellten, aber auch Apparate zur Instandhaltung von Werkzeugen  wie etwa Stanzmaschinen für Sägezähne oder Sägenschärfmaschinen. Die Produkte verkauften sich in alle Welt. Die Gewinne wurden u.a. auch wieder ins Werk investiert, in welchen die einzelnen Werkstätten mit Dampfheizung, Ventilation, Wasserleitung, elektrischer Beleuchtung sowie alle möglichen Schutzvorrichtungen versehen wurden. In der damaligen Zeit war dies eher ungewöhnlich. Ständig wurden Erweiterungsbauten notwendig, um die vielen Aufträge und neuen Erfindungen fertigen zu können. Als der Firmengründer 1926 starb beschäftigte die Firma 2.500 Menschen, ein Neffe übernahm die Geschäfte. Die Firma überlebte mit einigen Schwierigkeiten die Weltwirtschaftskrise und wurde 1946 verstaatlicht, nun war es der VEB Mihoma (Mitteldeutscher Holzbearbeitungsmaschinenbau). Die Ausrichtung änderte sich, der Betrieb stellte fortan Spannplatten für die Möbelindustrie der DDR her. Ab 1953 fertigte man hier Fräsmaschinen und ab 1970 Außenrundschleifmaschinen, die v.a. in die UdSSR verkauft wurden. Mit der Wende war Schluß, schon 1990 riss man das Werk großflächig ab. Der Kuppelbau blieb als einziges Relikt stehen, ursprünglich hatte dieser den Werkeingang der rechten Seite gebildet.

Umbau Torgauer Platz: Was Anwohnende jetzt wissen sollten

Der Torgauer Platz wird ab März 2027 umfassend umgebaut. Ziel ist es, den Straßenbahnbetrieb der Linien 3 und 8 langfristig zu sichern, die Verkehrssicherheit für alle zu erhöhen und den Platz aufzuwerten.

Bauzeitraum: März 2027 bis Ende Juni 2028 (Nacharbeiten bis Jahresende 2028)

Auswirkungen auf den Verkehr:
Während der Bauarbeiten wird der Torgauer Platz zeitweise vollständig für Autos, Bahnen und Busse gesperrt. Ein Schienenersatzverkehr wird eingerichtet. Der Radverkehr wird umgeleitet, der Fußverkehr bleibt weiterhin möglich. Anlieger- und Lieferverkehr soll unter Baustellenbedingungen möglich bleiben; eine neue Lieferzone entsteht in der Torgauer Straße nördlich der Konradstraße. Mehrere Parkplätze entfallen im Zuge der Umgestaltung.

Was wird gebaut:

  • Neue Gleise und Fahrleitungen, ausgelegt für die breiteren Straßenbahnen der neuen Generation
  • Beidseitige Radfahrstreifen entlang der Torgauer Straße und Eisenbahnstraße
  • Barrierefreiere Haltestellen und einheitlich befestigte Gehwege
  • Neue Bäume und Grünflächen (14 Bäume weichen der Baumaßnahme, 24 neue werden gepflanzt, weitere folgen)
  • Trinkbrunnen
  • Mobilitätsstation
  • zusätzliche Fahrradbügel
  • neues Geländer
  • Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED

Hintergrund: Die Gleisanlagen sind in schlechtem Zustand und wurden bereits notsaniert. Die Haltestellen sind größtenteils nicht barrierefrei, Radfahrende können die Kreuzung bislang nur schwer sicher queren.

Digitale Infoveranstaltung
10. September 2026, ab 18:30 Uhr, online per Livestream
Fragen können vorab per E-Mail an eingereicht oder live gestellt werden. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung wird zeitnah auf leipzig.de bereitgestellt – mit Untertiteln in Arabisch, Türkisch, Englisch und Russisch. Postkarten mit der Einladung befinden sich derzeit in Überarbeitung.

Termin verpasst?
Für alle, die am 10. September nicht teilnehmen können, ist im I. Quartal 2027 eine zusätzliche Infoveranstaltung im Stadtteilhaus vorgesehen.

Mehr Infos: http://www.leipzig.de/torgauer-platz

Linie Ost schwärmt aus – Etappenbericht Team Rad

Weil das Ganze so schön war, das Wetter im Juni zumeist sowieso gut, dachte sich der Hauptorganisator der Tour – Thomas Grahl – es wäre doch schön, diese Tour an einem Sonntag mit dem Rad noch einmal anzubieten. Gesagt-getan. Leider standen, abgesehen von den Goase-Leuten, die anderen Teiletappenführer am Sonntag nicht zur Verfügung. So musste der mit einem wirklich phänomenalen Gedächtnis gesegnet Moderator Jörg sich alles merken, was diese so erzählt hatten und selbst den jeweiligen Experten geben. Was er, soviel sei schon verraten, auch hervorragend gemeistert hat. Diejenigen die am Freitag schon dabei waren konnten da nur „Chapeau“ sagen.

Aber noch stehen wir am IG Fortuna. Da es schwierig ist, von einem Rad aus eine 17-köpfige Truppe während der Fahrt mit den nötigen Informationen zu versorgen, gibt es zu Beginn der Tour eine ausgiebige Einführung. Hier kommt auch die Geschichte des Fortuna-Gebäude, dessen Rettung durch die IG Fortuna und die vielen Hindernisse, die immer noch im Weg liegen zum Vortrag. Im Hintergrund schachten derweil die nimmermüden Fortuna-Retter den Boden frei, damit bald Container gestellt werden können und es wieder wenigstens ein Stückweit voran gehen kann.

Aber dann schwingen sich alle auf das Rad. Die beiden Redakteure von Radio-Blau, die teilweise live von der Tour senden werden, nehmen in der Fahrrad-Rikscha von „Radeln im Alter“ mit ihrem Technikequipment Platz. Die unsere Gruppe mehr als 15 Menschen umfasst, dürfen wir im Verband fahren. Dies bedeutet z.B., wenn ein Teil der Gruppe über eine grüne Ampel gefahren ist und diese schaltet, auf Rot darf der Rest der Gruppe auch bei Rot die Straße überqueren. Die Tourverantwortlichen – ausgestattet mit Warnwesten – sorgen während der Fahrt für die Sicherheit, aber es geht auch alles gut. Wieder nehmen wir Kurs auf den Parkbogen. Diesmal besteigt die Gruppe eine andere Stelle des Parkbogens, während unten die Fahrräder bewacht werden, erläutert Jörg den Teilnehmenden die Bauschritte und die zukünftigen Planungen – soweit bekannt.

Auch nun begibt sich die Truppe auf den längsten Weg der Tour. Parallel zur Eisenbahnstraße geht es auf alleeartigen Routen schnell voran und es dauert nicht lange bis das Rosental erreicht ist. Auch diese Gruppe lernt etwas über die Lichthöfe, die Eichen zum Wachsen brauchen aber auch viel über die Geschichte des Rosentals. Der Vortrag ist kurzweilig, der Aufenthalt im Schatten der Bäume ist erholsam, die ersten packen nebenbei mitgebrachte Essenvorräte aus und stärken sich. Das ist eigentlich nicht nötig, den auch bei dieser Tour erwartet die Teilnehmendes im Garten des Oase e.V. ein wunderbares Picknick und ein einladender Garten. Nach einer ausgiebigen Pause endet auch diese Tour im Budde-Kunstgarten.

Linie Ost schwärmt aus – Etappenbericht Team Bus

Am Freitag, den 05.06.2026 wandten sich kurz vor 15 Uhr alle Blicke der 50 vor dem IG Fortuna Wartenden in Richtung Zentrum. Da kam er, der rote Doppeldeckerbus, bereit alle Gäste aufzunehmen, um in den folgenden 5h verschiedene Plätze unter dem Motte Stadtgrün anzusteuern. Auch Radio Blau war wieder mit an Bord und zeichnete die Tour für die Radiohörer auf.

Moderator Jörg Werner begrüßte die Mitfahrenden an Bord und schon ging es los. Das erste Ziel war der Sellerhäuser Bogen. Rene Ziepricht vom Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung wartete schon an der Baustellenleiter, die es in zwei Gruppen zu überwinden galt, um die Forstschritte oben auf dem Parkbogen begutachten zu können. Dort hatte sich einiges getan, große Pflanzeninseln mit Bäumen in ihrer Mitte bestimmten das Bild, Sitzgelegenheiten sowie Wassercontainer für die Versorgung der Pflanzen waren ebenso zu finden, wie Straßenlaternen, um die Passage sicherer zu gestalten.  Radfahrer und Fußgänger werden sich künftig den Platz da oben teilen, doch auch für Verweilmöglichkeiten ist gesorgt. Insgesamt kosteten diese 500 m  Parkbogen ca. 8 Mio. € inklusive Aufgänge und Rampen, Bauen für die Ewigkeit! Für diejenigen Teilnehmer, die diese Bauleiter nicht erklimmen konnten, zeigte Rene Ziepricht wieder unten angekommen große Fototafeln und erklärte die Bauplanungen und Bauschritte noch einmal.

Dann ging es wieder in den Bus und die längste Strecke – vorbei an der Innenstadt und dem Zoo nach Gohlis – wurde zur Freude der Mitfahrenden absolviert. Für die im Obergeschoß des Busses eröffneten sich ungewohnte Perspektiven auf ihre Stadt. Und der Moderator konnte einmal richtig tief in der grünen Geschichte der Stadt Leipzig und ihrer vielen Flüsse und Bäche kramen und die Mitfahrenden dadurch nicht nur auf der Straße, sondern auch in der Zeit reisen lassen. Am Rosental erwartete der Stadtwaldranger Marko Reimanndie Gruppe. Aufgrund unserer Zeitbeschränkung hatte er die Rosentaltour von normalerweise 3h auf 40 min runtergeschraubt und trotzdem viel Interessantes zu erzählen. Das Rosental existiert schon sehr lange, erst in Zeiten der Industrialisierung wurde aus dem sehr lockeren vereinzelt stehenden Baumbestand, dem wir heute noch ca. 2000 Eichen verdanken, die zwischen 150-300 Jahre alt sind, ein Stadtwald, wie wir ihn heute kennen. Bedingt durch die veränderten Nutzungs- aber auch Klimaverhältnisse herrschen heute andere Baumarten wie der Ahorn vor, aber auch der Hochwasserschutz, der aus dem Auwald einen trockenstehenden Stadtwald gemacht hat, sorgt für Veränderungen im Rosental. Der Stadtforst reagiert darauf und unterstützt die traditionellen Baumarten nach Kräften, um deren Bestehen zu sichern, damit auch nachfolgende Generationen das Rosental als grünen Rückzugsort nutzen können.

Nach der kleinen Wanderung ging es wieder in den Bus. Das nächste Ziel war der Goase e.V. Dieser wurde rund um einem 3 Hektar großer Garten gegründet, der zu einem Hausprojekt der SoWo (solidarische Wohngenossenschaft) gehört. Die Bewohner haben das Mehrfamilienhaus aus den 1920ern u.a. mit Hilfe von Direktkrediten gekauft und sanieren dieses schrittweise. Für die 30 Bewohner inklusive 6 Kinder ist der Garten natürlich viel zu groß, so haben sie einen Verein gegründet, der sich um den Garten und seine 4 glücklichen Hühner kümmert, dort einen Rückzugsort für die Nachbarschaft geschaffen hat und Kulturveranstaltungen organisiert. Die Busteilnehmer erwartete neben der Vorstellung des Projektes auch ein liebevoll hergerichtetes Picknick, welches sich im Garten ausgiebig genießen ließ. Das die netten Bewohner auch an andere Nutzer des bisher unsanierten Gebäudes dachten, bewiesen sie eindrücklich, indem sie bei den Sanierungsarbeiten Nistkästen für Mauersegler und Rückzugsquartiere für Fledermäuse unter der Dachtraufe anbrachten, was für viele „Ach wie schön“ aus dem Kreis der Busreisenden sorgte.

Nach einer langen Picknickpause ging es wieder in den Bus, ein letzte Ziel – das Buddehaus und dessen Kunstgarten stand auf dem Programm. Der Leiter des Buddehaus Jürgen Schrödl begrüßte persönlich die Gäste und führte sie an der Bleichert Villa vorbei in den großen Garten. Dort – im Tiefbeet – sammelte sich die Gruppe und lauschte den Ausführungen zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Villa und des Gartens. In diesem werden jedes Jahr unterschiedliche Ausstellungen kuratiert, die aktuelle zeigt faszinierende Photographien von Insekten.  Da aber auch der Garten damit noch nicht ausgelastet ist, entstehen durch freiwilliges Engagement von jungen Menschen jedes Jahr neue und bleibende Details. Der Garten steht alle Menschen offen, um dort verweilen zu können und wen es nach Erfrischungen gelüstet – für einen Biergarten ist auch gesorgt. In diesen verfügten sich einige Gäste, während ein Rest wieder in der Bus stieg und die „Heim“fahrt in den Leipziger Osten antrat.

Dialog im Stadtteil – Grünfläche an der Schulze-Delitzsch-Straße

am 28. Mai haben sich rund 25 Anwohnende über den aktuellen Stand rund um die ehemalige Ausgleichsfläche an der Schultze-Delitzsch-Straße informiert.

Den Anfang machte Frau Försterling vom Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung mit der Präsentation rund um die Einbindung der Fläche im Rahmen der nachhaltigen integrierten Stadtentwicklung.

Kernaussagen:

  • Starkes Wachstum der Stadt
  • Neue Förderperiode für Leipziger Osten
  • Insgesamt 12 Maßnahmen im EFRE Fördergebiet (ca. 12 Mio € werden im Gebiet umgesetzt)
  • Grünfläche steht in Verbindung zu umliegenden Grünflächen und Projekten (z.B. Parkbogen Ost)

Rückfragen aus dem Publikum:

  • Hört 2027 die Förderperiode auf? – Antwort: Ja
  • Wie groß ist die Fläche insgesamt? – Antwort: ca. 20.000 m²

Anschließend präsentierte Herr Eckhard Siegert aus dem Amt für Stadtgrün und Gewässer den aktuellen Planungsstand und die bisherigen Prozesse rund um die Fläche


Kernaussagen:

  • Einordnung zur Lage, Größe und Charakteristika der Grünfläche
  • Einordnung der Historie, des Planfeststellungsverfahrens zum City-Tunnel Leipzig im Rahmen dessen die Grünfläche als Ausgleichsfläche bestimmt wurde sowie der nächsten Schritte
  • Erläuterung des aktuellen Standes zu Vorleistungen und Gutachten sowie laufenden Abstimmungen
  • Erklärung der bestehenden Einschränkungen z.B. Immissionsschutz (Lärm)
  • Bilanzierungskonzept und Entwurfskonzept
  • Vorstellung des Vorentwurfskonzept der naturnahen Grünfläche

Fragen, Hinweise, Einwände aus dem Publikum:

  • Ist ein Zugang von der angrenzenden Kita (Hildegardstraße) aus geplant? Wäre für die Kinder vorteilhaft. – Antwort: Es handelt sich um einen privaten Träger. Es ist kein Zugang von privaten Flächen auf eine öffentliche Fläche vorgesehen.
  • Wie kritisch sind die Schadstoffbelastungen? Wo liegen die Schadstoffe?

Den Abschluss der Veranstaltung bildete die Diskussion in kleinen Runden zu den Themen wie Umzug des Bauspielplatzes auf die Fläche und damit einhergehende Notwendigkeiten an Fläche und Infrastruktur, Hochbeete und weitere Initiativen, wie beispielsweise Querbeet e.V. sowei Anregungen und offene Fragen.

Diskussionen an Tischen

Tisch 1: Bauspielplatz | Moderation / Ansprechperson: Marlen Försterling

Wichtige Anregungen:

  • Flächengröße: Die 1.200m² große Teilfläche ist zu klein für die Entwicklung eines Bauspielplatz (eher 8000m² statt 600m²).
  • Strom und Wasser (!) anschlüsse sehr wichtig.
  • Wann ist geplant, dass Kooperativen den Platz bespielen können? -> Ab 2028

Tisch 2: Hochbeete und sonstige Initiativen | Moderation / Ansprechperson: Constantin Suppee

Wichtige Anregungen:

  • Organisation: Ab wann kann die Fläche bespielt werden? (Queerbeet e.V.)
  • Zugänglichkeit: es sollte eine gewisse Außengrenze markiert werden. Auf dem Queerbeet Projekt Ludwigsgarten gibt es festgelegte Öffnungszeiten (Do, Do, Sa)
  • Wasser: Wasserinfrastruktur benötigt. Im Ludwigsgarten werden mehr als 2x 1.000 Liter (Tröge) verbraucht. Ideen: 1. historische Schwengelpumpe auf dem Spielplatz Mariannenstraße (Sanierung im Rahmen des Klimaanpassungssofortmaßnehmenprogramms?), 2. Kooperation mit dem Projekt Tonnen an Fallrohre um privates Regenwasser zu nutzen 
  • Kompost/Entsorgung: Was für Möglichkeiten bestehen vor Ort? Kann Kompost angelegt werden? Gibt es weitere Entsorgungsoptionen für anderen Abfall?

Konkrete Vorschläge:

  • Ort des Zusammenkommens: Besteht die Möglichkeit selbst (1.) Möbel zu errichten, (2.) kleine Kulturveranstaltungen zu veranstalten, (3.) Feuerstelle anzulegen
  • Kunst an der Plakatwand: Möglichkeit zur Aufstellung einer 3x5m Plakatwand am Rand des Parks zur partizipativen Bespielung durch Künstler:innen und Anwohnende? Finanzierung soll wenn dann durch Ideenträgerin beim SBB Ost angefragt werden (Stadtbezirksbudget).
  • Kooperationsideen: Gemeinsam mit Kindergarten (Hildegardstraße) Hochbeete bauen. Wissenschaftliche Führungen durch UFZ auf dem Gelände.

Offene Fragen / Prüfaufträge:

  • Wasserinfrastruktur: Was für Möglichkeiten bestehen? Kann Schwengelpumpe reaktiviert werden?
  • Entsorgung: Kompost möglich? Weitere Entsorgungsmöglichkeiten geplant?
  • Ort des Zusammenkommens: Möbel bauen möglich? Feuerstelle möglich?

Tisch 3: Fragen und Antworten für Anwohnende | Moderation / Ansprechperson: Paula Hofmann

Zentrale Fragen der Anwohnenden:

  • Prävention mitdenken – wie kann eine Nutzungsproblematik entstehen? Wie kann man die Nutzung inklusiv gestalten?
  • Wie sind die Wege gestaltet – Antwort: Wassergebundene Wegedecke
  • Hunde:
    • Größter Konflikt, freilaufende Hunde – Wunsch: Abgrenzung zum Kinderspielplatz (Hinweis: Hundebesitzer waren vor allem im östlichen (rechten) Teil der Fläche)
  • Explizit Bedarf im Viertel den Hund von der Leine zu lassen
    • Angebot von Hundekotbeutel? – Antwort: Wird nicht durch die Stadt gestellt
  • Kunst im öffentlichen Raum (partizipatives Kunstobjekt) – Wenn dann über Stadtbezirksbudget finanzierbar. Beim SBB Ost beantragen.  

Dialog im Stadtteil – Unwohlorte I “Müll im öffentlichen Raum und was wir dagegen tun können”

Vorläufige Zusammenfassung der Dialogveranstaltung zu Unwohlorten im Stadtteil

Am 25. März fand im Stadtteilhaus auf der Wurzner Straße 70 eine Dialogveranstaltung zu sogenannten “Unwohlorten” statt. Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsam mit Vertreterinnen der Stadtreinigung, des Ordnungsamts und engagierten Bürgerinnen Maßnahmen zur Verbesserung bestimmter Ecken im Stadtteil zu entwickeln und städtische und zivilgesellschaftliche Handlungsoptionen vorzustellen.

Nach einer kurzen Einführung wurden die Ziele und der Ablauf der Veranstaltung kurz erläutert. Die Einstimmung der Teilnehmenden erfolgte mit einer interaktiven Umfrage zu den Wahrnehmungen der Teilnehmenden bezüglich Vermüllung und deren Ursachen.

Im ersten inhaltlichen Block gab die Stadtreinigung einen Überblick über die Gebiete mit dem höchsten Vermüllungsgrad im Leipziger Osten, die Art des Mülls sowie die aktuellen Reinigungszyklen. Dabei wurden auch die Kosten und deren Verteilung erläutert. Besondere Aufmerksamkeit galt Projekten wie den Sauberkeitsbotschaftern und den Mülldetektiven, die zur Verbesserung der Stadtsauberkeit beitragen sollen. Interessierte können sich direkt bei der Stadtreinigung für das Sauberkeitsbotschafter-Programm bewerben: Jetzt bewerben.

Danach folgten Beiträge aus der Zivilgesellschaft. Die Initiative “Müllfreiräume Ost” berichtete über ihre Erfahrungen mit gemeinschaftlich organisierten Müllsammelaktionen. Ein weiteres Beispiel stellten die LWB und das Quartiersmanagement Paunsdorf vor, die Gespräche an Müllplätzen führten, Sperrmüllaktionen organisieren und sich für eine bessere Mülltrennung einsetzen.

Herr Kremser als Vertreter des Stadtordnungsdienstes erläuterte die Aufgaben des selbigen, die täglichen Einsatzgebiete und die zur Verfügung stehenden Instrumente, wie den Mängelmelder. Zudem wurde diskutiert, welche Unterstützung aus der Zivilgesellschaft notwendig wäre, um effektiver arbeiten zu können. Themen wie soziale Kontrolle, fehlende Bußgeldverfahren und die Bedeutung von mehr Eigenverantwortung der Anwohnenden wurden beleuchtet.

Zwischen den Inputs wurden Schätzfragen integriert, um das Publikum interaktiv einzubinden, beispielsweise zur Anzahl der genehmigten Büchertauschschränke in Sachsen oder der Anzahl privat organisierten Clean-Ups.

Abschließend wurden weitere Positivbeispiele vorgestellt, darunter das Mehrweggesetz sowie die Verpackungssteuer in Tübingen, die als mögliche Vorbilder für lokale Maßnahmen dienen könnten. In der letzten Phase der Veranstaltung wurden alle gesammelten Ideen systematisch auf einem padlet dokumentiert und Verabredungen für zukünftige Maßnahmen getroffen.

Ergebnisse und Lösungsansätze Die Diskussionen zeigten, dass es insbesondere in bestimmten Bereichen des Stadtteils Handlungsbedarf gibt. Neben Sperrmüllablagerungen, Hundekot und Gewerbemüll wurde auch das Thema Vermüllung durch Drogenkonsum angesprochen. Kontakte für die Beseitigung oder auch Unterstützung für Hilfebedürftige sind im padlet festgehalten.

Gemeinsam wurden verschiedene Lösungsansätze besprochen, darunter:

  • Gewerbe müssten stärker auf die Einhaltung der Pflicht kontrolliert werden, Mülleimer an ihren Geschäften anzubringen
  • Die Verpackungssteuer wurde als einer wichtigsten Handlungsoption gesehen. Hier ist die Stadt Leipzig aktuell in der Prüfung
  • Einrichtung zusätzlicher Mülleimer und Sensibilisierungskampagnen für eine saubere Umgebung,
  • Prüfung der künstlerischen Gestaltung von Mülleimern, um das Wegwerfen “spielerisch” anzuleiten,
  • Förderung von nachbarschaftlichem Engagement und Patenschaften für bestimmte Orte,
  • Transparenz über die städtischen Straßenreinigungsgebühren, um hierdurch ggf. die soziale Kontrolle zu erhöhen

Die Veranstaltung endete mit einer Einladung zum gemeinsamen Frühjahrsputz und dem Hinweis auf die Folgeveranstaltung Unwohlorte II, welches sich speziell mit dem Sicherheitsgefühl von vulnerablen Gruppen im Stadtteil auseinandersetzen wird. Die Teilnehmenden konnten ihre Eindrücke zu den “Unwohlorten” mithilfe einer Farbcode-Karte festhalten. Diese Veranstaltung ist für den 18. November 2025 geplant.

Fazit Die Veranstaltung bot einen offenen Austausch zwischen Bürgerinnen und Stadtvertreterinnen und lieferte wertvolle Ansätze zur Verbesserung des Stadtteils. Die gesammelten Ideen werden nun weiter geprüft und sollen nach Möglichkeit in konkrete Maßnahmen überführt werden.

Vielen Dank an alle Beteiligten für ihre wertvollen Beiträge!

Forum Leipziger Osten – Thema Verkehr im nördlichen Bereich der Eisenbahnstraße

Mittels Diagonalsperren (Poller) soll der Kfz-Durchgangsverkehr im Wohngebiet nördlich der Eisenbahnstraße reduziert und zurück auf die Hauptverkehrsstraßen geleitet werden. Dazu hat das Verkehrs- und Tiefbauamt ein Büro beauftragt, Pläne zur Umsetzung zu erarbeiten. Um eben diese mit Anwohnenden und Gewerbetreibenden zu diskutieren und die Pläne öffentlich zu machen, hat das Quartiersmanagement im Auftrag des Amtes für Wohnungsbau und Stadterneuerung (AWS) und des Verkehrs- und Tiefbauamtes (VTA) das 36. Forum Leipziger Osten zum Thema Verkehr organisiert.

Ziel der Veranstaltung war es, sachdienliche Hinweise, insbesondere von denjenigen, welche von den Planungen „Betroffenen“ sind und umliegenden Anwohnenden zum Konzept aufzunehmen und über Ideen zu Gestaltung- und Interaktionsräumen im Gebiet zu sprechen. Diese wurden in der Veranstaltung dokumentiert. Alle gegebenen Hinweise können Sie auch hier nachlesen. Diese Zusammenfassung wurde dem VTA nun zur Prüfung gegeben, um die Anregungen in das Verkehrskonzept einfließen zu lassen, bevor dieses dem Stadtrat vorgelegt wird.

Nach der Begrüßung brachten Sebastian Lindhorst, als Abteilungsleiter Verkehrsmanagement des VTA, und Friedemann Görl, als Fußverkehrsverantwortlicher der Stadt Leipzig, die Anwesenden anhand dieser Präsentation und aushängenden Karten auf denselben Wissensstand.

Nach der Einführung ins Thema konnten die Interessierten an insgesamt fünf Thementischen Hinweise geben, Erfahrungen teilen und Bedenken äußern. Einer der Tische befasste sich mit der Nordspange als Teil des Parkbogens. Eine mögliche Wegeführung dieser Nordspange ist als Fahrradstraße durch das Quartier geplant. Diese Überlegungen hat René Zieprich erklärt und mit den Tischteilnehmer*innen diskutiert. An zwei weiteren Tischen haben Herr Goerl und Herr Lindhorst vom VTA Details des Verkehrskonzeptes erklärt, indem sie beispielsweise aufgezeigt haben, welche Straßen als Grüne Achsen in dem Quartier geeignet sind. Ein vierter Tisch, moderiert durch Johann Simowitsch, Referenten des Baubürgermeisters, widmete sich den Hinweisen und Sorgen der Gewerbetreibenden, die ihre Erfahrungen aus dem Quartier heraus teilten, z. B. zum Thema Lieferzonen. An einem fünften Tisch stellte der SUPERBLOCKS Leipzig e. V. ihre bisherige Erfahrung vor Ort vor. Auch Kinder wurden vom Verein an einem Extratisch befragt und umsorgt.  

Die Arbeitsatmosphäre war konzentriert. Die Teilnehmer*innen diskutierten je knapp 40 Minuten an zwei Tischen. Viele Hinweise betrafen die Steigerung der Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum, sowohl positive Zustimmung als auch damit verbundene Ängste wie Ruhestörung und Gentrifizierung wurden geäußert. Zudem wurden wertvolle Hinweise auf unzureichende sichere Querungsmöglichkeiten v.a. der Eisenbahn- aber auch der Hermann-Liebmann-Straße gegeben, aber auch die möglichen Auswirkungen auf angrenzende Wohnquartiere besprochen. Insgesamt war es eine sehr konstruktive Diskussion. Die Teilnehmenden sind trotz sehr konträrer Meinungen ins Gespräch gekommen und sind sich auf Augenhöhe begegnet. Das Forum war für die Information, Erklärung und Einordnung der städtischen Ziele enorm wichtig. Hier finden Sie die komplette Zusammenfassung aller genannten Hinweise verschriftlicht.

Seit dem 21. März 24 ist die Verwaltungsvorlage zum Verkehrskonzept öffentlich im Ratsinformationssystem der Stadt einsehbar. Der Stadtrat hat am 25. Mai die Vorlage unter Einbezug einiger Änderungsanträge verabschiedet.

Hier können Sie die Kurzfassung und hier die Langfassung einsehen.

2026 – Quartiersmanagement Leipziger Osten

Das Quartiersmanagement Leipziger Osten wird durch das Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung beauftragt und aus dem Bund-Länder-Programm "Sozialer Zusammenhalt - Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten (SZP)" gefördert, der Projektträger ist CivixX – Werkstatt für Zivilgesellschaft.