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Linie Ost schwärmt aus – Etappenbericht Team Rad

Weil das Ganze so schön war, das Wetter im Juni zumeist sowieso gut, dachte sich der Hauptorganisator der Tour – Thomas Grahl – es wäre doch schön, diese Tour an einem Sonntag mit dem Rad noch einmal anzubieten. Gesagt-getan. Leider standen, abgesehen von den Goase-Leuten, die anderen Teiletappenführer am Sonntag nicht zur Verfügung. So musste der mit einem wirklich phänomenalen Gedächtnis gesegnet Moderator Jörg sich alles merken, was diese so erzählt hatten und selbst den jeweiligen Experten geben. Was er, soviel sei schon verraten, auch hervorragend gemeistert hat. Diejenigen die am Freitag schon dabei waren konnten da nur „Chapeau“ sagen.

Aber noch stehen wir am IG Fortuna. Da es schwierig ist, von einem Rad aus eine 17-köpfige Truppe während der Fahrt mit den nötigen Informationen zu versorgen, gibt es zu Beginn der Tour eine ausgiebige Einführung. Hier kommt auch die Geschichte des Fortuna-Gebäude, dessen Rettung durch die IG Fortuna und die vielen Hindernisse, die immer noch im Weg liegen zum Vortrag. Im Hintergrund schachten derweil die nimmermüden Fortuna-Retter den Boden frei, damit bald Container gestellt werden können und es wieder wenigstens ein Stückweit voran gehen kann.

Aber dann schwingen sich alle auf das Rad. Die beiden Redakteure von Radio-Blau, die teilweise live von der Tour senden werden, nehmen in der Fahrrad-Rikscha von „Radeln im Alter“ mit ihrem Technikequipment Platz. Die unsere Gruppe mehr als 15 Menschen umfasst, dürfen wir im Verband fahren. Dies bedeutet z.B., wenn ein Teil der Gruppe über eine grüne Ampel gefahren ist und diese schaltet, auf Rot darf der Rest der Gruppe auch bei Rot die Straße überqueren. Die Tourverantwortlichen – ausgestattet mit Warnwesten – sorgen während der Fahrt für die Sicherheit, aber es geht auch alles gut. Wieder nehmen wir Kurs auf den Parkbogen. Diesmal besteigt die Gruppe eine andere Stelle des Parkbogens, während unten die Fahrräder bewacht werden, erläutert Jörg den Teilnehmenden die Bauschritte und die zukünftigen Planungen – soweit bekannt.

Auch nun begibt sich die Truppe auf den längsten Weg der Tour. Parallel zur Eisenbahnstraße geht es auf alleeartigen Routen schnell voran und es dauert nicht lange bis das Rosental erreicht ist. Auch diese Gruppe lernt etwas über die Lichthöfe, die Eichen zum Wachsen brauchen aber auch viel über die Geschichte des Rosentals. Der Vortrag ist kurzweilig, der Aufenthalt im Schatten der Bäume ist erholsam, die ersten packen nebenbei mitgebrachte Essenvorräte aus und stärken sich. Das ist eigentlich nicht nötig, den auch bei dieser Tour erwartet die Teilnehmendes im Garten des Oase e.V. ein wunderbares Picknick und ein einladender Garten. Nach einer ausgiebigen Pause endet auch diese Tour im Budde-Kunstgarten.

Linie Ost schwärmt aus – Etappenbericht Team Bus

Am Freitag, den 05.06.2026 wandten sich kurz vor 15 Uhr alle Blicke der 50 vor dem IG Fortuna Wartenden in Richtung Zentrum. Da kam er, der rote Doppeldeckerbus, bereit alle Gäste aufzunehmen, um in den folgenden 5h verschiedene Plätze unter dem Motte Stadtgrün anzusteuern. Auch Radio Blau war wieder mit an Bord und zeichnete die Tour für die Radiohörer auf.

Moderator Jörg Werner begrüßte die Mitfahrenden an Bord und schon ging es los. Das erste Ziel war der Sellerhäuser Bogen. Rene Ziepricht vom Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung wartete schon an der Baustellenleiter, die es in zwei Gruppen zu überwinden galt, um die Forstschritte oben auf dem Parkbogen begutachten zu können. Dort hatte sich einiges getan, große Pflanzeninseln mit Bäumen in ihrer Mitte bestimmten das Bild, Sitzgelegenheiten sowie Wassercontainer für die Versorgung der Pflanzen waren ebenso zu finden, wie Straßenlaternen, um die Passage sicherer zu gestalten.  Radfahrer und Fußgänger werden sich künftig den Platz da oben teilen, doch auch für Verweilmöglichkeiten ist gesorgt. Insgesamt kosteten diese 500 m  Parkbogen ca. 8 Mio. € inklusive Aufgänge und Rampen, Bauen für die Ewigkeit! Für diejenigen Teilnehmer, die diese Bauleiter nicht erklimmen konnten, zeigte Rene Ziepricht wieder unten angekommen große Fototafeln und erklärte die Bauplanungen und Bauschritte noch einmal.

Dann ging es wieder in den Bus und die längste Strecke – vorbei an der Innenstadt und dem Zoo nach Gohlis – wurde zur Freude der Mitfahrenden absolviert. Für die im Obergeschoß des Busses eröffneten sich ungewohnte Perspektiven auf ihre Stadt. Und der Moderator konnte einmal richtig tief in der grünen Geschichte der Stadt Leipzig und ihrer vielen Flüsse und Bäche kramen und die Mitfahrenden dadurch nicht nur auf der Straße, sondern auch in der Zeit reisen lassen. Am Rosental erwartete der Stadtwaldranger Marko Reimanndie Gruppe. Aufgrund unserer Zeitbeschränkung hatte er die Rosentaltour von normalerweise 3h auf 40 min runtergeschraubt und trotzdem viel Interessantes zu erzählen. Das Rosental existiert schon sehr lange, erst in Zeiten der Industrialisierung wurde aus dem sehr lockeren vereinzelt stehenden Baumbestand, dem wir heute noch ca. 2000 Eichen verdanken, die zwischen 150-300 Jahre alt sind, ein Stadtwald, wie wir ihn heute kennen. Bedingt durch die veränderten Nutzungs- aber auch Klimaverhältnisse herrschen heute andere Baumarten wie der Ahorn vor, aber auch der Hochwasserschutz, der aus dem Auwald einen trockenstehenden Stadtwald gemacht hat, sorgt für Veränderungen im Rosental. Der Stadtforst reagiert darauf und unterstützt die traditionellen Baumarten nach Kräften, um deren Bestehen zu sichern, damit auch nachfolgende Generationen das Rosental als grünen Rückzugsort nutzen können.

Nach der kleinen Wanderung ging es wieder in den Bus. Das nächste Ziel war der Goase e.V. Dieser wurde rund um einem 3 Hektar großer Garten gegründet, der zu einem Hausprojekt der SoWo (solidarische Wohngenossenschaft) gehört. Die Bewohner haben das Mehrfamilienhaus aus den 1920ern u.a. mit Hilfe von Direktkrediten gekauft und sanieren dieses schrittweise. Für die 30 Bewohner inklusive 6 Kinder ist der Garten natürlich viel zu groß, so haben sie einen Verein gegründet, der sich um den Garten und seine 4 glücklichen Hühner kümmert, dort einen Rückzugsort für die Nachbarschaft geschaffen hat und Kulturveranstaltungen organisiert. Die Busteilnehmer erwartete neben der Vorstellung des Projektes auch ein liebevoll hergerichtetes Picknick, welches sich im Garten ausgiebig genießen ließ. Das die netten Bewohner auch an andere Nutzer des bisher unsanierten Gebäudes dachten, bewiesen sie eindrücklich, indem sie bei den Sanierungsarbeiten Nistkästen für Mauersegler und Rückzugsquartiere für Fledermäuse unter der Dachtraufe anbrachten, was für viele „Ach wie schön“ aus dem Kreis der Busreisenden sorgte.

Nach einer langen Picknickpause ging es wieder in den Bus, ein letzte Ziel – das Buddehaus und dessen Kunstgarten stand auf dem Programm. Der Leiter des Buddehaus Jürgen Schrödl begrüßte persönlich die Gäste und führte sie an der Bleichert Villa vorbei in den großen Garten. Dort – im Tiefbeet – sammelte sich die Gruppe und lauschte den Ausführungen zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Villa und des Gartens. In diesem werden jedes Jahr unterschiedliche Ausstellungen kuratiert, die aktuelle zeigt faszinierende Photographien von Insekten.  Da aber auch der Garten damit noch nicht ausgelastet ist, entstehen durch freiwilliges Engagement von jungen Menschen jedes Jahr neue und bleibende Details. Der Garten steht alle Menschen offen, um dort verweilen zu können und wen es nach Erfrischungen gelüstet – für einen Biergarten ist auch gesorgt. In diesen verfügten sich einige Gäste, während ein Rest wieder in der Bus stieg und die „Heim“fahrt in den Leipziger Osten antrat.

September 24 – „Die kulturelle Tour“

Im September dann ging es zur zweiten Tour – wieder bestes Cabrio-Wetter. Dank verschiedener Verkehrsbeeinträchtigungen u.a. des „Parking Day“ kam der Bus mit 15 Minuten Verspätung zur Abfahrt am Fortuna, wo sich schon mehr als 60 Menschen drängelten. Letztlich fuhren 64 Personen mit, diesmal im Alter von eins und fünf bis 75 Jahren, bunt gemischt. Studierende, Rentner*innen, Kultur- und Stadtteilinteressierte.

Erster Halt am soziokulturellen Zentrum Pöge-Haus. Zwei Mitarbeitende des Hauses begrüßten alle Reisenden im erdgeschossigen Saal und stellten in 15 Minuten kurz das Haus in seiner Geschichte und seinem Wirken in den Stadtteil vor.

Von dort ging es zu Fuß etwa 150 Meter rüber zum Bauspielplatz Ost, wo wir eine ähnliche Projektvorstellung bekamen. Die große Gruppe zerlief sich über den Platz etwas und es entstanden erste interessante Gespräche am Rande.

Wieder zurück im Bus verließen wir die Soziokultur und machten das Experiment einer 3er-Station. Der Bus hielt im Graphischen Viertel vor dem Reclam-Carrée und wir teilten uns in drei Gruppen auf, die dann mit jeweils ca. 20 Personen gut ins Reclam-Museum und Schumann-Haus passten. Die Übriggebliebenen ließen sich von unserem bestens vorbereiteten Moderator ins und ums Reclam-Carrée führen und erfuhren viel Wissenswertes um die ereignisreiche Leipziger Buchgeschichte. Über die Reclam-Geschichte selbst erzählte Museumsbetreiber PD Dr. phil. habil. Hans-Jochen Marquardt höchstpersönlich dreimal sehr viel genauso wissenswertes wie unterhaltsames, was ihm parallel dazu Frau Galow im Schumann-Haus gleichtat. Retrospektiv war dieses Museums-Wagnis ein voller Erfolg, wie u.a. die schriftlichen Feedbacks zeigten. Gleich neben unserem Bushalt war ein kleines Stück Straße im Rahmen des Parking Day gesperrt und dort gab es Kultur und Verköstigung, was einige nutzten, um sich mit einem Getränk zu versorgen und die autofreie Straße zu genießen.

Alle Gruppen wieder vereint im Bus fuhren wir dann in die Riebeckstraße, wo uns jemand vom Initiativkreis Riebeckstr63e ebenso beeindruckende wie bedrückende Einblicke in die Geschichte dieses Standorts gab. So erfuhren wir Geschichten von Ausgrenzung, Arbeitszwang und Abweichung über das letzte Jahrhundert am Ort der ehemaligen Arbeitsanstalt, aber auch von Bildungsangeboten und Gedenkarbeit zu diesen Themen.

Von dort ging es dann zur finalen Station nicht weit entfernt im Kohlrabizirkus – das Instititut fuer Zukunft – kurz IfZ – brachte uns Clubkultur näher. Das fanden nicht nur diejenigen interessant, die es noch nie ins IfZ schafften, aber immer schonmal dort zu elektronischer Musik tanzen wollten – auch die Älteren waren sehr begeistert über die Einblicke in die Räumlichkeiten und vor allem die Bedingungen, unter denen ein Club in Leipzig existiert. Oder besser existiert haben wird, denn bei unserer Tour war schon klar, dass das IfZ wenige Monate später schließen muss. So gab es dann auch einen regen Austausch über das Thema Verdrängung progressiver (Sub-)Kulturorte und manche verließen den Club durchaus ein wenig geknickt.

Die letzte Abfahrt fand dann auch schon im Abenddunkel statt und im Start- und Zielpunkt des Fortuna erwartete uns eine Ausstellung, die sich mit Malerei, Grafik und Installationen der Thematik des motorisierten Verkehrs und dessen Gefahren widmete.

Bustour in den grünen Osten

Die grüne Tour 2024 im roten Doppeldecker führte durch grüne, klimapolitisch oder -praktisch relevante Orte des Leipziger Ostens.

Das erste Ziel war das Klimabüro Leipzig der Verbraucherzentrale Sachsen. Ein Halt ohne Aussteigen, ein Vertreter kam in den Bus und stellte die Arbeit und Vernetzungen des Klimabüros dar.

Weiter ging es für die 53 Mitfahrenden in den barrierefreien Bildungsgarten SALVIA, sehr nah beim Paunsdorf-Center. Hier begrüßten uns zwei Mitarbeitende und gaben in zwei Gruppen Ein- und Ausblicke in das große Areal, standen Rede und Antwort den vielen Nachfragen und ließen die gießwütigen Busgäste mit Kannen bepackt zur Tat schreiten.

Die nächste Station sollte die kooperative Landwirtschaft KoLa Leipzig in Taucha sein. Aufgrund eines aktuellen Trauerfalls kam es kurzfristig zu der Entscheidung keine Führung anbieten zu können. Stattdessen bekamen wir Infomaterial zugesandt und der Moderator Jörg Werner übernahm die grobe Vorstellung dieses Ortes. Und statt einer Führung ging es für alle auf den Erdbeeracker, wo jede*r sich ein großes Schälchen Erdbeeren und den Magen vollschlagen durfte. Dafür wurde fleißig gespendet und die Viertelstunde lockeres Pflücken war eine willkommene Abwechslung zum Input. So wurde die Weite genossen, sich über Erdbeeren und andere Ackerfrüchte ausgetauscht und die ersten richtigen Gespräche unter den Mitfahrenden entstanden.

Weiter ging es dann zum nicht weit entfernt gelegenen alten Rittergutsschloss Taucha, in dessen Hof uns eine Vertreterin der Klima-Initiative Taucha von ihrem Wirken erzählte, bspw. als Bürgerenergie-Genossenschaft größere Photovoltaik-Anlagen in Taucha zu installieren, aber auch sonst politisch und tatkräftig für den Klimaschutz in Taucha und leipzig aktiv zu sein. Ein Vertreter des Fördervereins Schloss Taucha e.V. erzählte außerdem vom vielfältigen ehrenamtlichen Engagement, womit das alte Schloss saniert werden konnte und nun neben dem 1. Rittergutsmuseum Deutschlands auch eine „Kulturscheune“ betrieben wird.

Schon fast 3½ Stunden unterwegs ging es nun auf zur letzten großen Station – dem Mariannenpark als einen der ersten Bürgerparks Leipzigs. Hierfür konnten wir durch eine Kooperation mit dem Projekt „Lebendige Nachbarschaft“ des BGL Nachbarschaftshilfeverein e.V. Leipzigs wohl renommiertesten Parkführer engagieren. Michael Berninger, Koordiniator von „Leipzig Grün“ führte uns mehr als fachkundlich und gleichermaßen gemütlich durch den kompletten Mariannenpark. Dabei lenkte er unser Augenmerk immer wieder auf historische und stadtpolitische Hintergründe des einstigen Schlossparks und bot auch architektonisches und pflanzenkundliches Wissen.

Der Bus holte uns am anderen Ende des Parks dann ab (wo es auch noch ein paar Worte Berningers zum Schönefelder Schloss gab) und fuhr uns wieder zum Ausgangspunkt – dem Fortuna in der Eisenbahnstraße. Dort erwartete die Busgäste der interessant kostümierte Chor, der für die 25-30 Verbliebene und Dazugekommene feinsten „Acapella Flower Punk“ im Fortuna-Saal sang. 

2026 – Quartiersmanagement Leipziger Osten

Das Quartiersmanagement Leipziger Osten wird durch das Amt für Wohnungsbau und Stadterneuerung beauftragt und aus dem Bund-Länder-Programm "Sozialer Zusammenhalt - Zusammenleben im Quartier gemeinsam gestalten (SZP)" gefördert, der Projektträger ist CivixX – Werkstatt für Zivilgesellschaft.