Fundstück Porphyr-Gedenkstein Verkehrsinsel Breite Straße
Wer von Anger-Crottendorf aus in Richtung Reudnitz durch das Stadtgrün schlendert, trifft auf einer kleinen Verkehrsinsel auf einen Gedenkstein aus roten Porphyr auf dem – untypisch für Leipzigs Lage weit weg vom Meer – eine Segelfregatte abgebildet ist. Der Gedenkstein ist Karl Rudolf Bromme gewidmet. Dieser wurde 1804 im Vordorf Anger geboren, das Geburtshaus in der Breiten Straße 3 wich 1929 den Mietshäusern aus der Gründerzeit. Brommy zog es an die Hamburger Navigationsschule und bestand seine Seemannsprüfung nach großen Seereisen mit Auszeichnung. Fortan diente er bei der Handelsflotte der USA bis er 1827 in die Dienste der griechischen Flotte trat und damit in den Kampf gegen die Besatzungsmacht Türkei. Er brachte es bis zum Flaggenkapitän und half nach Kriegsende die griechische Seekriegsflotte aufzubauen. Er gründete eine Marineschule und gab 1848 das Buch „Die Marine“ raus. Dies begründete seinen Ruf als Autorität in allen Fragen des Seekriegswesens brachte ihm die Aufmerksamkeit der Frankfurter Nationalversammlung ein, die gerade den Aufbau einer deutschen Flotte beschlossen hatte. Brommy machte sich daran eine Flotte aufzubauen und schon 1849 lieferte er sich mit einer dänischen Korvette das „Seegefecht vor Helgoland“, welches deutschlandweit als großer Sieg der deutschen Seeflotte gefeiert wurde. Er wurde bald zum Konteradmiral befördert. Die Bemühungen einen deutschen Nationalstaat zu schaffen, scheiterten indes, nicht alle Teilstaaten wollten für die Flotte ihren Beitrag zahlen und so wurde die deutsche Seeflotte bereits 1852 wieder aufgelöst, Admiral Brommy in den Ruhestand verabschiedet. Bei seinem Tod 1860 war Brommy schon wieder fast vergessen. Erst 1897 – als unter Kaiser Wilhelm II nach einem „Platz an der Sonne“ gestrebt wurde und dafür ein massiver Ausbau der deutschen Hochseeflotte vorangetrieben und diese als nationale Prestigeobjekt gefeiert wurde, erinnerte man sich wieder des ersten deutschen Admirals. Neben einen Denkmal mit Büste an seinem Grab in Hamburg, das von Wilhelm II enthüllt wurde, ehrte auch die Heimatstadt Leipzig Brommy mit einer Gedenktafel am Geburtshaus. Nach 1918 wurde es wieder still um den zum Militärhelden stilisierten Brommy. Mit Abriß des Geburtshauses verschwand die Gedenktafel, was niemand zu bemerken schien. Doch schon bald suchte man wieder militärische Helden, erinnerte sich erneut an Brommy und errichtete 1939 den Gedenkstein an der Stelle an der er bis heute steht, zu DDR Zeit in einem wuchernden Gebüsch versteckt.






